Regelwerk

Der Blog zu Business Rules Management und Business Intelligence
Mär6

BPM wird immer wichtiger

Nach einem Whitepaper, das BEA Systems in den letzten Tagen veröffentlich hat, ist Business Process Management noch längst nicht auf dem Zenit angekommen. Im Gegenteil - die Kurve für Interesse und Aufmerksamkeit steigt weiterhin steil nach oben. BEA hat zahlreiche Reports, Umfragen und Fachartikel analyisiert und kommt zu folgendem Ergebnis was die Trends in diesem Jahr angeht.

  • Starkes Wachstum - Der BPM Markt ist einer der schnellstwachsenden Märkte der Softwareindustrie. Bis 2011 erwartet man eine 10-fache Wachstumrate.
  • Konsolidierungen und gebündelte Technologien - Die Marktbereinigungen sind in vollem Gange. Heute agieren nur noch 25 Anbieter gegen 150 Anbietern in 2005.
  • verkürzte Projektlaufzeiten - immer komplexere Prozesse werden mit BPM gesteuert. 65 Prozent der eingesetzten BPM-Lösungen integrieren bereits drei oder mehr Systeme. Eine stärkere Integration in bestehende Systeme sind die wichtigsten Trends in diesem Jahr.
  • Mehr Kontrolle im Unternehmenmanagement - die Herausforderungen liegen vor allem in der Verbesserung der internen Policies und der Change Management Prozesse.

Ausserdem gehen von Collaborations- und Social Computung starke Impulse aus. Für die meisten IT- und Businessmanager steht zudem fest, dass der Optimierung der Prozesse dringlichste Aufmerksamkeit zukommen muss. Es ist signifikant, dass dieser Herausforderung höhere Priorität eingeräumt wird als beispielsweise der Markteinführung neuer Produkte oder globales Wachstum. Ja sogar die Kostenkontrolle soll gegenüber der Verbesserung der Prozesse zurückstehen.Das Whitepaper hat sich zur Aufgabe gemacht, einige Fragen näher zu betrachten.

  • Wie sieht der aktuelle BPM-Markt aus (Übersicht, sein Wachstum und Reifegrad)
  • die Top-7-Treiber für den ROI im BPM
  • Wie verbessern BPM-Marktkonsolidierungen und Technologiekonvergenz den Kundennutzen
  • Wie verändern Kollaborationen und Social Computing Ad-hoc-Prozesse werden
  • Wie BPM  immer stärker die tradionellen Unternehmensanwendungen verbinden wird.

Nach einer kostenlosen Registrierung kann man sich das Whitepaper bei BEA herunterladen. Leider müssen europäische Anfragen mit einigen Problemen bei der Anmeldung zurecht kommen.

Feb25

Business Process Management zum Anfassen

Einen wirklich gutes Summary, wie ein Business Process Management (BPM) aufgebaut werden sollte, habe ich in einem PDF der Butler Group nachlesen können. Und nicht nur das. Im Enterprise Decision Management Blog fand ich dazu auch noch einen lesenswerten Kommentar von dem hier schon häufiger zitierten James Taylor - mit dem recht eindrücklichen Titel Business rules are core to the BPM/SOA value proposition.

Die Butler Group hatte im vergangenen Jahr einen ausführlichen Bericht erstellt, zu dem jetzt ein Management Summary erhältlich ist.

KEY FINDINGS

  • Business Process Management (BPM), as a product in its own right, has emerged from the competitive influences of the diverse workflow, integration, and re-engineering camps to deliver solutions that allow the intellect of business users to be a key driver of success.
  • During the last two years solutions that operate under the BPM banner have become more functionally inclusive.
  • When used to its best advantage, high-calibre BPM provides a systematic approach to improving business and operational processes.
  • Cost-saving benefits may provide an initial attraction, but it is product quality and persistent usage that will drive the ongoing benefits of BPM.
  • There remains a requirement to address the functional divide between what the BPM software vendors are delivering and what business services users really need from core BPM products.
  • A Business Rules Management System (BRMS) approach to development will reduce the inefficiencies that exist within current development methodologies.
  • The emergence of rules as a subset of BPM is an indication of the growing maturity of the market.
  • Possibly the most important aspect of a rules repository, certainly in respect of the stated promise of BPM, Service Oriented Architecture (SOA), and BRMS, is the ability for the developer to re-use rules within multiple process deployments.
  • Butler Group positions SOA and its associated integration services as having a crucial role to play in the BPM service delivery picture.
  • Business Activity Monitoring (BAM) promises to keep processes running smoothly, but information overload could end up being counter-productive.
  • BPM continues to struggle with standards and their agreed usage. Fundamentally if the sector cannot reach a consensus on the use of headline standards such as Business Process Execution Language (BPEL) and Business Process Modelling Notation (BPMN), there is little chance of it progressing further down the scale.

Zum Management Summary der Butler Group,
Business rules are core to the BPM/SOA value proposition von James Taylor

Feb21

Vom Verschwinden der IT

Auf Tom Busers Blog fand ich die Zusammenfassung der aktuell sehr kontrovers diskutierten These über das Ableben der IT. Anlass ist ein eues Buch von Nicholas Carr, in dem er das Ende der internen IT prognostiziert. Utility Computing sei die standardisierte - die wirtschaftliche Alternative. Nicholas Carr ist für die IT-Industrie kein Unbekannter. 2003 gab es den ersten Streich: IT doesn’t matter. Nur 24 Monate später gabs dann Nachschlag - The End of Corporate Computing. Jetzt gibt es den fast konsequenten Rundumschlag: The Big Switch: Rewiring the World, from Edison to Google.

BuchcoverDie firmeneigene Datenverarbeitung ist auf lange Sicht kostenineffizient. Verursachte Aufwände stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen für ein Unternehmen. Die Entwicklung firmeneigener Software wird über kurz oder lang standardisiert werden können - und das bedeutet Einkaufen.
Einen interessanten Vergleich führt er für seine Argumentation heran: die Stromerzeugung zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Anfangs haben die Unternehmen Elektrizität noch selbst mit firmeneigenen Generatoren erzeugt. Aber schon bald wurde diese wichtige Technologie ausgelagert. Gleiches Schicksal droht den IT-Abteilungen nach Massgabe des Autors in den nächsten 15 Jahren.

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Feb20

Der Moment für Innovationen

Gedanken aus jener Branche, in der unsere Kunden zumeist tätig sind, sind selbstverständlich von gesteigertem Interesse. Deshalb schaue ich zum Beispiel regelmässig bei Banker Vision vorbei. Der Artikel, auf den ich mich heute beziehe, hat fast schon philosophische Qualität. Wann ist der richtige Moment für Innovationen?
Der Autor James Gardner sinniert über jenen Augenblick, in dem eine Unternehmen realisieren muss, dass nur Veränderung es weiterbringen wird. Er nennt es - fast unübersetzbar - the epiphany moment. - So religiös gefärbte Vokabeln wie Erscheinung möchte ich nicht wirklich benutzen. Aber so einen grundsätzlichen Moment von Erkenntnis kann ich seinen Überlegungen nicht absprechen. ;)

At the Epiphany Moment, leadership suddenly realises that “different” needs to be the new strategy. They commit resources to finding and commercialising the different, and this innovation saves the company. … But they all had one thing in common: in the face of decline of their traditional businesses, they turned around and did something different.

Gardner diagnostiziert, dass auch der Bankensektor an dieser (scheinbar) einfachen Wahrheit nicht vorbeikommt. Viele Finanzinstitute stehen mit dem Rücken zur Wand. Es sei an der Zeit, den Moment für Veränderungen wahrzunehmen und entscheidende Dinge zu ändern. - Man darf gespannt sein.

Gardners Artikel

Feb6

Gartner-Umfrage nach IT-Erwartungen 2008

Die IT-Auguren Gartner EXP (Executive Programs) waren unterwegs und haben mehr als 1500 IT-Verantwortliche befragt, wie es mit deren Erwartungen für 2008 aussieht. 85% der Befragten erwarten im übrigen massgebliche Veränderungen im IT-Bereich.

Die Top 10 für Business und IT sieht in Kürze so aus:

Business

  1. Optimierung der Geschäftsprozesse (1)*
  2. 2. Neukundengewinnung und -erhalt (3)
  3. Neue Produkte und Services / Innovation (10)
  4. Expansion in neue Märkte und Regionen (9)
  5. Senkung der Unternehmenskosten (2)
  6. Verbesserung der Mitarbeiter-Effizienz (4)
  7. Ausbau bestehender Kundenbeziehungen (3)
  8. Steigerung des Nutzens von Informationen und Analysen (7)
  9. Effizientere Ausrichtung auf Kunden und Märkte (–)
  10. Zukauf neuer Firmen und Kompetenzen / Fusionen & Akquisitionen (–)

Technologie

  1. Business Intelligence-Applikationen (1)*
  2. Unternehmensanwendungen: ERP, CRM und andere (2)
  3. Server und Storage-Technologien (5)
  4. Modernisierung von Legacy-Applikationen (3)
  5. Technische Infrastruktur (8)
  6. Sicherheitstechnologien (6)
  7. Netzwerk, Sprach- und Datenkommunikation (4)
  8. Technologien für ‘Collaboration’ (10)
  9. Dokumenten-Management (9)
  10. Service-orientierte Architekturen (SOA) und service-orientierte Business Applikationen

*Die Werte in Klammern bezeichnen den Rang im Vorjahr.
Interessant ist, dass in der internationalen Auswertung Wachstum generell zum wichtigsten Punkt avancierte:

Improving business processes was the No. 1 business priority for the fourth consecutive year (see Table 1). Creating new products or services (innovation) moved from being the No. 10 priority in 2007 to the No. 3 priority for 2008. Business intelligence was the No. 1 technology priority for the third year in a row.

Im deutsprachigen Ranking ist davon nichts zu sehen. Dafür steht die auf der Business-Seite die Verbesserung der bestehenden Geschäftsprozesse auf Platz Eins. Das korreliert dann mit der Wiederwahl der Anwendungen für Business Intelligence auf der Technologie-Seite.

kompletter Artikel bei Gartner
gefunden via Tom Buser

Jan30

BI und die Eindeutigkeit der Begriffe

In jedem Unternehmen, jeder Organisation gibt es ähnliche Fehler und - ich kann gleich hinzufügen - ähnliche Fehlerursachen. Soweit so gut, soweit nichts Neues. Eine dieser Fehlerquellen ist noch immer die fehlende GEMEINSAME Sprache bzw. das Fehlen eines allen gleich bedeutenden Vokabulars. Wie wichtig das auch für Business Intelligence und überhaupt für jede strategische Entscheidung ist, muss kaum betont werden. Eben fand ich einen interessanten Beitrag im BI Questions Blog, der der Frage nachgeht, warum dieses Manko wahrscheinlich gar nicht aus dem Weg geräumt werden kann.
Timo Elliott schreibt

Paradoxically, the closer we get to providing “one version of the truth”, the clearer it will be than no such thing exists.

Das klingt fast schon philosophisch und er erklärt gleich im Anschluss, warum das so ist.

  1. Es ist verrückt zu glauben, wir würden jemals nur eine einzige Meinung darüber haben, was geschieht, was die Prioritäten sind und was sich ändern sollte.
  2. Es ist überhaupt nicht klar, ob wir eine solche Gleichschaltung überhaupt wollen (das Unternehmen als totalitäres System ist keine reizvolle Vorstellung) - Die Vielfalt von Ansichten und Meinungen ist für ein Unternehmen unverzichtbar.

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Jan25

Wettbewerbsvorteile mit Business Intelligence

CIO.de, die Publikation für IT-Strategien, wies gestern auf eine Studie des Marktforschers IDC hin. Diese weist nach, dass Firmen, die Business Intelligence bereits richtig nutzen, zu den Top-Unternehmen gehören. Sie setzen sich immer weiter von den Wettbewerbern ohne BI-Technologie ab. Damit bauen sie ihren Wettbewerbsvorsprung in der Regel immer deutlicher gegenüber jenen Unternehmen aus, die ihre wichtigen Entscheidungen noch immer “aus dem Bauch” heraus treffen. - Und es ist dabei erstaunlich, dass ein Drittel aller Geschäftsentscheidungen noch immer intuitiv zustande kommen.

Befragt wurden 1072 Führungskräfte aus 22 Ländern. Die Untersuchungen ergaben ausserdem, dass führende Firmen BI vermehrt nicht nur für strategische Entscheidungen sondern auch für operative Prozesse einsetzen. In diesen Unternehmen ist das Bewussgtsein des Managementes für notwendige BI-Investitionen stark ausgeprägt.

Zum gesamten Artikel bei CIO.de

Nov30

Von der Automatisierung zur Optimierung von Geschäftsprozessen

Einen interessanten Artikel zum Problem der Umsetzung von Geschäftsstrategien fand ich auf dem Blog von Timo Elliot BI Questions Blog. Nach Dr. Bob Kaplan and Dr. David Norton schaffen es 9 von 10 Unternehmen nicht, ihre Stategien tatsächlich umzusetzen. Erstauntlich. Diese ernüchternde Erkenntnis bedeuted gleichzeitig: hier liegen enorme Potentiale noch brach und warten auf Bearbeitung. - Dazu passen die Ergebnisse einer CIO-Umfrage von Gartner zum Thema Business Intelligence und Enterprise applikations. Beide waren auf der Prioritätenliste der IT-Entscheider ganz weit oben zu finden.

2008 wird dieses Potential dann zum strategischen Thema. Die aktuellen Zusammenführungen von Businessanwendungen bestätigen diesen Trend. Der Autor erinnert an: Oracle und Hyperion, SAP und Business Objects sowie die Ankündigungen von IBM bezüglich Cognos.
Diese Zusammenschlüsse sind erste konkrete Schritte in Richtung “performance excellence” systems, die die Optimierung des Business unterstützen und nicht mehr allein auf die Automation von Geschäftsprozessen setzen. Sie werden bzw. wollen die Lücke zwischen Strategie und deren Umsetzung schliessen. - business-centric applications heisst das Zauberwort. Ein integriertes Anwendungskonzept von Best Practice innerhalb des Unternehmens als Ganzes: die flächendeckenden Anwendung zweier Schlüsselkomponenten für eine optimierte Businessperformance - 0perational excellence und strategic change.

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Nov20

Herzschlag der europäischen Finanztechnologie

EBIF Logo

In Frankfurt geben sich heute die CTOs der Banken und Versicherungen Europas die Klinken in die Hand. Auf Europas grösster Technologiemesse für Banken und Versicherungen - der E.B.I.F. - werden die Probleme der letzten Jahre analysiert, die möglichen Lösungen vorgestellt und vor allem die Herausforderungen der kommenden Monaten diskutiert.

Auf 7.000 Besucher aus der Branche haben sich die 250 internationalen Aussteller eingerichtet und hoffen auf gute Geschäfte. Parallel zur Messe finden die Konferenzen unter Federführung der EURO FINANCE WEEK statt und versprechen interessante Beiträge. Ihr Motto dieses Jahr: Die europäische Finanz- und Versicherungsindustrie zwischen Integration und Innovation

Für die IT-Verantwortlichen wird der eigentliche Höhepunkt das Business Solutions Forum sein. Hier stellen IT-Anbieter gemeinsam mit ihren Kunden bereits implementierte Best-Practice Lösungen vor. Gleich am ersten Tag werden deutlich zukunftsorientierte Themen angesprochen - zum Beispiel Intelligent Capture & Exchange Lösungen:

“Geschäftsmodell 2010 – Marktzugang über intelligente Vorgangsbearbeitung innerhalb von bestehenden Geschäftsprozessen”;
Kosteneffiziente und kundenorientierte Optimierung von Geschäftsprozessen wie Posteingangsverarbeitung, Kontoeröffnung und Kreditvergabe

Am Mittwoch dann ein Best-Practice-Vortag, der sicherlich viele Zuhörer finden wird.
„Business Intelligence bei der Rabobank (NL) – Data Warehouse der nächsten Generation mit HP Neoview“
Dabei wird präsentiert, wie die Rabobank die bestehende Business Intelligence Lösung transformiert und es geht um zentralisierte Datenhaltung als Basis für Risiko- und Performance-Management.

Und als heimlicher Höhepunkt so aus eigener Sicht (nach dem Motto, womit man sich selber beschäftigt, das ist einem natürlich am nächsten): der Vortrag am letzten Tag zum Thema regelbasierter Bonitätsprüfung,
„Kreditentscheidung im Sekundentakt“; Bis zu 10.000 Konsumentenkredite pro Tag.

Website der E.B.I.F
Business Solutions Forum (pdf, 990 kb)

Okt8

Business Rules, Enterprise Decision und BPM

Als regelmässige Leserin des Column 2 Blogs von Sandy Kemsley (übrigens sehr zu empfehlen) wollte ich einen kurzen Gedanken von ihr in die Runde werfen, den ich ziemlich wichtig finde. Und der aus meiner Sicht immer noch zu wenig Beachtung findet.
Anlass war die Ankündigung des Business Rules Forums in Orlando (vom 21.-25. Oktober). Der Fokus liegt dieses Jahr auf Enterprise Dicisioning - besonders in seinem Verhältnis zu Business Process Management und Business Intelligence. Motto:- Where Enterprise Decisioning Comes of Age*.

Forum LogoSandy Kemsley wird auf diesem Forum der Frage nachgehen, wie BPM, BI und Business Rules miteinander kombiniert werden können, das eine Prozessverbesserung dabei herauskommt, die grösser als die Summe ihrer Teile ist. - Klingt spannend.

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