Regelwerk

Der Blog zu Business Rules Management und Business Intelligence
Mär9

Predictive Analytics für Einsteiger

Ein einführendes Webinar (live web seminar) zum Thema predictive analytics wird es am kommenden Freitag (13. März) geben. James Taylor hatte das Seminar kurz und knapp auf seinem Blog JT on EDM angekündigt. Die Veranstaltung findet 10:30 am PST - bzw. 17.30 nach bürgerlicher Zeit statt.

Das Thema der vorhersagbaren Analysen ist im Enterprise Decision Management ein Thema mit wachsender Bedeutung. Nach Meinung von James Taylor gehören predictive analytics zu den kritischen Bedingungen für den Erfolg im Unternehmen. Neben einer Einfühurng bzw. Übersicht zum Thema sollen vor allem konkrete Beispiele aus der Praxis demonstriert werden. Diese Erfolgsgeschichten sollen verdeutlichen, in welchem Masse Vorhersagen Managern bei ihrer Arbeit helfen. Denn mit etwas weniger genauen Worten könnte man predicitive analytics so umschreiben: man betreibe die Analyse von Data Mining mit den Mitteln der Marktforschung - also die Ausswertung bereits erhobener Daten mit Instrumenten der Marktforschung. Solchen Instrumenten stehen Informationstechniker von ihrer Art her und historisch betrachtet eher skeptisch gegenüber, weshalb das Thema durchaus kontrovers diskutiert wird. Ein Grund mehr, gerade auch für die Skeptiker, da mal reinzuschauen.

Zur Registrierung für das Webinar
predictive analytics und Enterprise Decision Management bei wikipedia.org

Mär3

Freemium als Geschäftsmodell

Kürzlich fand ich - wie schon oft - einen vielversprechenden Artikel bei Tyner Blain. Diesmal ging es um die tatsächlichen Vorteile des Freemium-Geschäftsmodells. Freemium als Begriff ist seit 2006 in Gebrauch - nach einem Artikel von Fred Wilson. Das Geschäftsmodell meint nichts anderes, als dass nicht jeder Anwender bezahlt. Die Anwender entscheiden, wie sie die Anwendung nutzen wollen. Einen Teil eines Programms oder Service ist kostenlos, die Premium-Version ist dann kostenpflichtig. Wir kennen das Modell aus dem Web durch Skype und Flickr, noch länger als eingeschränkte Nutzungsmodelle von Shareware- oder Vollversionen.

Tyner Blain beschreibt in seinem Artikel etwas hintergründiger, warum das Modell erfolgreich ist bzw. für welche Geschäfte es sich das Modell lohnt. Und dass seine eigentliche Herausforderung eigentlich ist, aus den freien Anwendern zahlende zu machen. Denn die Rechnung, die dem Modell zugrunde liegt, geht nicht immer oder während des gesamten Nutzenzyklus auf. Die von Tyner Blain als entscheidend gestellte Frage ist die:

“What percentage of your users will pay when a free version is available?”

Wieviele Anwender also werden auf jene Funktionen zurückgreifen, die nur in der Premium-Version verfügbar sind. Das scheint tatsächlich eine difizile und für den Erfolg wichtige Frage zu sein. Wenn zum Beispiel - wie bei einigen Online-Angeboten - zu viel bereits in den Premiumbereich fällt, füllt man sich schnell “abgezockt” - Es baut sich ein generelles Misstrauen inklusive Widerstände auf. Wird der Funktionsumfang zu grosszügig angeboten, wird kaum jemand die kostenpflichtige Version einsetzen. Erschwerend kommt für eine sinnvolle Antwort kommt sicher hinzu, dass die Frage von Anwendung zu Anwendung unterschiedlich wird beantwortet werden müssen.

weiterlesen »

Feb24

Game over - US-Wirtschaft gerettet

Vielleicht ist die Krise zu massiv - aber es hat schon recht lange gebraucht, bis ein Online-Game zum Thema verfügbar war. Jetzt gibt es ein simples Ballerspiel für die Krisenpause zwischendurch. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Ja oder Nein für Hausbesitzer. - Und der Rest wird instiktiv weggeballert - sonst hat die US-Wirtschaft keine Chance. Die gilt es in dem kleinen Pausenfüller zu retten. - Erinnert an die vor ein paar Jahren omnipresenten Moorhühner.

online-game

zum Trillion Dollar Bailout

Feb17

Chancen der Krise

Die aktuelle Krise entwickelt sich immer mehr zu einer Rezession, die uns noch Jahre beschäftigen wird. Was bloss tun - denken sich sowohl Privatmenschen als auch Firmen. Wie da rauskommen, ohne an Substanz zu verlieren. Oder welche Chancen nutzen. Das fragte sich auch das Beratungsunternehmen Ernst & Young. Denn dieses ist nicht die erste wirtschaftliche Krise, der es zu trotzen gilt. Die Geschichte hat bisher gezeigt, jede Krise hat nicht nur Verlierer hervorgebracht. Es gab immer auch Gewinner, die nach Herausforderungen dieser Grössenordnung gestärkt am Markt operierten.

Peverse as it may seem, a period of crisis can provide an opportunity to drive change more rapidly and effectively than a period of prosperity.

In einem 24seitigen Report haben die Berater erfolgversprechende Strategien und Taktiken zusammengetragen, wie die Krise in Erfolge gewandelt werden kann.  Zusätzlich werden globale Schlüsselfaktoren beschrieben, die grundsätzlich ein Unternehmen unterstützen bzw. optimieren. Mehr als 300 Senior Executives global agierender Unternehmen wurden auf ihre Reaktionen auf die Krise befragt und mit welchen Mitteln ihr begegnet werden wird. Man darf hinzufügen, diese Interviews wurden zwischen dem 6. und 19. Januar 2009 durchgeführt. Das ganze ist also wirklich aktuell und darum um so interessanter.

Krisen sind Phasen im wirtschaftlichen Zyklus, in der das Management wirklich wichtige Entscheidungen richtig treffen muss. Zu diesen Fragen gehörten nach Ernst & Young

  1. How can I address my immediate financial issues…  faster and better than my competitors?
  2. How can I protect what I have… so my business  is stronger?
  3. How can I get the most from current assets… and out perform the sector?
  4. How can I reshape my business to fit the new reality… to become faster and leaner?
  5. How can I exploit the new market to find growth…  where others may have taken their eye off the ball?
  6. How can I sustain my business going forward… so that  I am the best prepared to cope with change?

weiterlesen »

Jan23

Von Köpfen und Maschinen

Vorhersagen bzw. Vorhersagbarkeiten sind nahezu unmöglich - zumindest auf solch weite Felder wie zum Beispiel Finanzmärkte bezogen. Harvard Business hat gestern einen scherzhaften Artikel über Vorhersagen und deren Grenzen veröffentlicht, der mir zu gut gefallen hatte, darum erscheint er hier.

Our brains are great at what they do because they make educated guesses — but that also makes us vulnerable to errors in judgment. Nowhere is this more pronounced than when we try to forecast the future.

Wir Menschen können äusserst zielsicher vorhersagen, wohin ein Ball fallen wird und können als schnelle Spieler alles dafür tun, ihn zu fangen. Diese Art von Vorhersagen können wir vornehmen, ohne das das vergleichbar mit computergesteuerten Rechenoperationen wäre. - Wir können aber schon nicht mehr vorhersagen, wohin sich ein gefährliches Tier auf unserem Weg durch Wald und Flur bewegen wird. Unser Vermögen von Vorhersagen beruht im Wesentlichen auf Erfahrungen, nicht auf Berechnungen.

weiterlesen »

Jan22

Komplexe Finanztechnik

Einen recht fundierten Einblick in die finanztechnischen Hintergründe der aktuellen Finanzkrise habe ich eben gefunden. GoldwynReports hat eine Zusammenfassung für die noch immer nicht ausgestandene Krise versucht. - (Zu Gerüchten über die Liquidität Grossbritanniens will ich lieber gar nichts meinen - das wäre ein kaum vorstellbarer Ausmass der Krise.) Allerdings muss ich gestehen, dass das vollständige Funktionieren der im Artikel genannten Finanzinstrumente mir dunkel bleibt.

Prof. Dr.rer.pol. Dieter Pfaff und Peter Ising beschreiben die Instrumente und deren Wirkmechanismen - die ursprünglich noch recht überschaubar waren. Erst die immer stärker einsetzende “Verdunkelung” der Risiken - die letztlich keiner mehr kannte und nicht wirklich absichtsvollem Tun zu Grunde liegt - hat die Krise dieses Ausmasses ermöglicht. Soweit ich das richtig verstanden habe, verstellten all die vielen eingesetzten Instrumente der Absicherung den Blick auf die realen Werte. Denn die Verbriefung der Kredite wurde von den Banken mit sog. Asset-Backed Securities (ABS) realisiert. Ein kurzer Blick auf die Struktur dieser Instrumente lässt schnell deren Komplexität erahnen.

ABS Transaktion

ABS Transaktion

Aus Illiquidität wurde Liquidität - aber eben nicht in wirklich. Jedenfalls gibt dieser kurze Artikel ein gutes Bild über die Komplexität im Einsatz von strukturierten Finanzprodukten und wohin ein übermässiger Einsatz eben führt. - So führen die Autoren auch aus, dass die Schuldfrage letztlich nicht beantwortet kann, also nicht gestellt werden muss. Für die Rechnungslegung wird sich nach der Krise wohl fundamental etwas ändern. - Denn deren Regeln für die Bewertung von Finanzinstrumenten hat offensichtlich bzw. umfassend versagt.

zum kompletten Artikel

Jan14

Kundenbetreuung in nachhaltig

Nachdem ich im letzten Posting ja noch vergessen hatte, das neue Jahr hier im Blog einzuleiten - will ich das schnell noch nachholen. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich also ein erfolgreiches Jahr, das trotz aller Unkenrufe mehr positive Überraschungen bereithält, als uns die aktuelle Wirtschaftslage verspricht.

Buchtitel

Für Marketinginteressierte habe ich auch gleich einen wunderbaren Tipp - der sich ausserordentlich gut am Anfang eines Jahres macht. Ein bisschen Nachdenken über Kundenbetreuung, Kundenservice - neudeutsch Customer Experience. Der Amerikaner (wie auch anders) Bruce Temkin hat sechs interessante Punkte zu dem Thema zusammengetragen und in vorbildlicher Eigenvermarktung das ganze als Minibuch - frei verfügbar - ins Netz gestellt. Wenn ich einmal ganz viel Zeit habe, mache ich sowas auch mal.
Das hat er zwar schon vor einem halbem Jahr getan - ich habs aber erst heute gefunden. Also denn:

1. Gesetz - Kommunikation ist immer persönlich
Für alle Beteiligten in der Kommunikation/Interaktion ist die Erfahrung immer eine persönliche. Und was für den einen ein positive Erfahrung war, kann dem anderen völlig anders - auch komplett negativ - erscheinen. Darum kann man das ganze auch zusammenfassen unter dem Motto: Erfahrungen, die für alle gemacht sind, erfüllen letztlich niemandes Erfahrungen.
Es ist nötig, die Kunden und ihre Bedürfnisse tatsächlich persönlich nachvollziehen zu können.
Es ist jedoch nicht immer leicht, Kundenbedürfnisse und die Sicht auf das Unternehmen gleichermassen zufriedenstellend zusammenzubekommen. Oft agieren Banken und Versicherungen viel zu produktbezogen. Schlüssel für diese Herausforderung ist das Engagement und die Verantwortung der Mitarbeiter an vordester Kundenfront. Sie müssen beides kennen: sowohl die Bedürfnisse der Kunden als auch die Werte, für die ihr Unternehmen steht.

weiterlesen »

Jan13

Amerika - ein Freund kehrt zurück

Mit dem Wahlsieg Barrack Obamas herrscht wieder Hochkonjunktur in Sachen Amerikaverhältnis. Es soll wieder freundlicher werden. In den letzten acht Jahren hat sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ja einiges getan. Damit wir uns bei unseren neuen Freunden wieder zurechtfinden, hat die Financial Times Deutschland eine nette Kolumne gestartet: “Kleine Amerikakunde”. Bisher gibt werden die Themen Recht und Ordnung, Flirten für Anfänger, Kleine Hunde, Auf dem Fahrrad und heute Werbepause.
Bis zum 20. Januar werden die wichtigsten Eckpfeiler der gegenwärten US-Kultur skizziert. Das liest sich kurzweilig und ist sicher geeignet, kurz vor dem nächsten Abflug noch einmal konsultiert zu werden. Denn dass es dieses Jahr einen Run auf die Städte und Dörfer Nordamerikas geben wird, wird wohl niemand bestreiten.

zur Kolumne.

Dez11

Soziale Finanzdienste für Deutsche

Gemege-LogoFür Finanzdienstleister brechen interessante Zeiten an - wenn sie die Musse hätten, ihre Blicke auf die sozialen Entwicklungstendenzen im Nezt schweifen lassen könnten. Kürzlich hatte ich über wichtige Trends der Finanzindustrie berichtet und mehrere angelsächsische Angebote benannt. (Zopa, Smartypig und Prosper). Jetzt ist das Ganze auch für deutsche Bedürftige zu haben: gemege.de. Ob das eine Abkürzung aus Geldmenge in Germany ist, hatte ich mich spontan gefragt. Aber dann belehrte mich das Logo eines Besseren: Gemeinsam mehr Geld. Hier darf um Geld gebeten und den Gesuchen stattgegeben werden. So ganz von privat zu privat. Und ich bin gespannt, ob der deutschsprachigen Kopie der gleiche Erfolg beschieden wie der Mutter aller sozialen Finanzplattformen zopa. Grundsätzlich bezweifle ich das. Hauptsächlich deshalb, weil ich glaube, dass das Leihen bzw. Beleihen hier nicht in dem Masse Kultur ist, wie das (die Finanzkrise zeigt uns die Ausmasse gerade deutlich) für amerikanische Privatkonsumenten der Fall zu sein scheint. Aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeigen. Da bin ich ganz leidenschaftslos. ;)

Die Plattform kommt im klassischem Web-2.0-Kleid daher (steht ja auch drauf) und erinnert mich auffällig an Xing - so diese Business-Leute-Anmutung in den Scherenschnitten. Leider nervt diese ambitionierte Animation beim Mouse-Over. Sieht zwar besser aus, als es das schon mal vor 15 Jahren gab, aber ist genauso schnell anstrengend. Inhaltlich wirkt die Seite auf den ersten Blick noch sehr bemüht. So als hätte jemand deutlich nach Inhalten gesucht. Zum Beispiel die Spartipps - gleich der erste Eintrag: Am Kinotag ins Kino gehen. Weil da das Kino günstiger ist. Etwas flach, scheint mir.  Unter den besten Spartipps geht folgender:

Nutzen Sie die bei Chemiehandel erhältlichen 1000 Liter Fässer zum Auffangen von Regenwasser und giessen Sie Ihre Pflanzen damit. Die Fässer werden gereinigt, da sind keine Rückstände mehr drin! Ich habe für ein Fass 50Euro (Selbstabholung) bezahlt.

Ich weiss ja nicht, ob das tatsächlich die Spartipps sind, die ich vermutet hätte. Vielleicht fehlt mir auch einfach nur der Garten für den Tipp.

Home of Gemege.de

Hinter dem Angebot steckt die Fidor AG. Eine Internetfirma, die sich auf soziale Plattformen spezialisiert hat. Und die laut Handelsblatt schon vor Monaten eine Vollbanklizenz beantragt hatte. Jetzt dürfte klar sein, wofür. Und wenn ich mir vorstelle, da würden richtig viele kleine Geldverleihungen ein grosses Geschäft entstehen lassen, hätte ich zu wenig Vertrauen in eine Bank, die nur nach dem Papier eine ist. Auch wenn da ehemalige Vorständler aus der Hypo-Vereinsbank mit im Boot sitzen.

Dez2

Innovationen oder Winterschlaf

Die Finanzindustrie muss sich um Innovationen bemühen, das schrieb Gartner Anfang November in einer Pressemitteilung anlässlich eines Symposiums auf der ITxpo 2008 (3.-7.11. in Cannes). Kurz und bündig ist die Zusammenfassung auf Gartnervideo zu sehen - der neuen YouTube-Plattform des Beraterriesen. (Nebenbeibemerkt lohnt sich sicherlich ein regelmässiger Blick auf die Plattform.)

Vorrangig geht es in dem Text um die Überlebensstrategien der Finanzinstitute während des bevorstehenden Abschwungs der Branche. Gartner spricht von vier Bereichen, in denen Innovationen sinnvollerweise vorbereitet und umgesetzt werden müssen:

  1. Überarbeitung des Konzeptes der Zweigstellen für Verkauf und Beratung
  2. Weiterentwicklung der Personalisierungskonzepte für die Kunden
  3. Konsequente Einbeziehung Finanzorientierten sozialen Netzwerken (financial social networks - FSN)
  4. Erschliessung innovativer Bezahlmodelle

Alistair Newtwon (Research Vice President von Gartner, Inc.) schlägt den Winterschlaf als einzige wirkliche Alternative zur kostenintensiven Innovationsforschung vor. Damit kann mit geringfügisten Kosten aber bewusst auf den nächsten Aufschwung gewartet werden kann. Unternehmen, die sich für einen Mittelweg entscheiden - ein bisschen Modernisierung mit geringfügigem Gewinn - würden dagegen ihr IT-Budget verschwenden.

“Far from being fast followers, companies in-between the two options will be ditherers or laggards who waste their IT budget on incremental modernisation, which will have little or no consequence for their business,…” (Alistair Newtwon)

Zur Pressemitteilung der Gartner Inc.
Gartnervideo-Plattform

ältere Artikel »