Regelwerk

Der Blog zu Business Rules Management und Business Intelligence
Nov17

Unternehmen und die Vorteile sozialer Netze

AT&T Map (copyright AT&T)

Social Networking verliert immer mehr seinen Nimbus als Spielerei von Nerds und Teens, die in ihrer Freizeit ihre Freunde online verwalten. Immer mehr Unternehmen erkennen seine Potentiale auch für die Kommunikation zwischen ihren Angestellten. Das belegt eine Marktstudie unter 2.510 Arbeitnehmern, die von der britischen Agentur Dynamic Markets in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien und den Niederlanden durchgeführt wurde. Soziale Netze werden darin als effiziente und Transparenz fördernde Massnahmen erkannt und immer öfter von KMU eingesetzt. Mit dieser Einstellung bewegen sich die Unternehmen in genau jene Richtung, die Al Gore beschwört. Denn das interaktive Netz soll sich lohnenderen Zielen widmen, als nur Kinderspielplatz zu sein:

“Das meiste, was heute im Bezug auf Interaktivität auf Nutzerseite im Internet passiert, ist unnötiger Blödsinn. Wir müssen das überwinden. Das Web 2.0 braucht dringend einen höheren Zweck.” (Al Gore auf der Web 2.0 Summit in San Francisco, aus pressetext.at)

Die Studie von Dynamic Markets hebt hervor, dass den Unternehmen aus dem Einsatz von interaktiven, sozialen Strukturen spürbare Vorteile erwachsen. Sie erleichtern den Wissensaustausch zwischen den Mitarbeitenden und helfen dabei, Probleme effizienter zu lösen. Die Befragten gaben an, das sie mit Hilfe der sozialen Netze ihre Kreativität besser freisetzen könnten. Das schlägt sich bis hin zu den Produktivitäts- und Leistungssteigerungen durch. Parallel dazu lässt sich feststellen, das Unternehmen, die den Einsatz von Web 2.0 versäumen oder sogar verhindern, Vorteile in diesen Bereichen einbüssen.

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Nov10

Wissensmanagement als Innovationsfaktor

Verteiltes Wissen ist ja nicht erst seit kurzem ein Thema. Ich kann mich noch gut erinnern, dass in Konzepten für Intranets seit 10 Jahren die Frage nach dem Zugriff auf die Ressource Wissen immer ein wichtiger Schwerpunkt war. In der Regel sind die meisten Ansätze, die sich sich um das Know-how ihrer Mitarbeiter bemühten mehr oder weniger gescheitert. In einem Interview des Dresden Future Forum kann man nochmal nachlesen, warum. Es hat bei aller Einsicht in den Wert eines organisierten Wissensmanagements schlichtweg am wichtigsten Erfolgsfaktor dafür gefehlt: die Bereitschaft einer Unternehmenskultur solch einem Wissensfluss zu folgen, sprich sich zu verändern.
Die wichtigsten Faktoren, die einem tatsächlichen Wissensmanagement entgegenstehen sind doch Konkurrenzdruck zwischen Mitarbeitern, Misstrauen in die Vorteile, das mühsam erworbene Spezialwissen allen zur Verfügung zu stellen und die Organisation vieler Unternehmensbereiche in Profitcenter.
In dem Interview wird erwähnt, dass heute ca. 80% des Mitarbeiterwissens bereits via Internet zur Verfügung stünden. Ich halte das zwar für etwas hochgegriffen - aber sei’s drum. Entscheidend sind nach Aussage von Stefan Ehrlich die verbleibenden 20%. Und da würde ich ihm Recht gegen und noch eines draufsetzen. Die meisten Informationen von Mitarbeitern über ihr fachliches Wissen, dass sie in solch enem wissensorientierten Intranet einspeisen, bezieht sich genau auf jenes Wissen, das irgendwie schon verfügbar ist. Die wirklich entscheidenden Kenntnisse behält man doch noch immer lieber für sich.

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Nov7

Google - Innovationen ohne Ende

Google-Book-LogoDie Kreativität und vor allem das Ableiten interessanter Geschäftsmodelle ist schon fast beängstigend bei diesem Unternehmen. In den Kanon möglicher Weltinformationsmonopolisierung möchte ich jetzt gar nicht einsteigen. Denn unabhängig von allen Ängsten bezüglich eines Zentrums für nutzerdatenorientierte Vermarktungsstategien ist Google mal wieder ein Coup für die Zukunft gelungen. Die Einigung mit amerikanischen Verlegern und Autoren über die Verwendung gedruckter Texte, die sich noch nicht jenseits des Copyrights befinden. Sprich Google hat die Erlaubnis erhalten, alles einzuscannen was da aus Druckerein kommt. Vieles davon ist einzig für die Suche und der Identifizierung des Titels, Autors etc. vorgesehen. Sprich die Texte werden nur gegen Bares freigegeben. - Aber man male sich mal das Szenario aus, wieviel man mit Print-on-Demand-Erzeugnissen verdienen kann, die vergriffen sind, also nicht mehr gedruckt werden. Kein Aufwand, nur Hand aufhalten. Denn wenn ein Buch, dass ich haben will und nicht mehr käuflich erwerben kann nur noch ein Klick weit weg von meinem digitalen Schreibtisch ist - ja wielange würde ich da wohl überlegen? Wie sagt man dem: Geld drucken?

Auf IT-Frontal gibt es einen Artikel, der das Ausmass dieser Google-Idee ausführlich untersucht: Googles Book Search könnte das Internet revolutionieren

Nov6

Blickwinkel auf die Finanzkrise

Nicht nur im Allgemeinen interessiert mich, wie es mit der Finanzkrise weitergeht, bis wohin ihre Ausläufer reichen werden und was uns noch erwartet. Als Dienstleister für den Bankensektor sind wir bei Sowatec natürlich gleichfalls an den Entwicklungen in unserer Kernbranche interessiert. Denn jede Entwicklung wird sich über kurz oder lang in den Auftragsbüchern niederschlagen. Ist die Krise der Banken eine Krise der Finanzen bzw. deren Instrumente? - Ein Ja als Antwort lässt sich aus dem Artikel der Zeit herauslesen, der letzte Woche erschien. Kurz zusammengefasst sieht der Artikel vor allem fünf Umstände für die Schwere der Krise bzw. für deren Anhalten: fragwürde Finanzvehikel wie z. B. Hedgefonds, Staatsverschuldungen, Finanzmarktspekulationen, Kreditversicherungen und die private Verschuldung (der US-Konsumenten).

Problem Nummer 1: In Hedgefonds scheint einer der Gründe für die an den Märkten fortschreitenden Wertverluste - trotz Rettungspakete etc.

Allein im dritten Quartal haben die weltweit rund 10.000 Hedgefonds 210 Milliarden Dollar, rund zehn Prozent, an Wert verloren – das berichtet der Informationsdienst Hedge Fund Research (HFR).

Zur Zeit sind Hedgefondsverwalter gezwungen, die diesen Instrumenten innewohnende Dynamik um einiges zu verschärfen. Sie müssen verkaufen. Entweder weil es besser ist, möglichst aus vielen Aktientiteln auszusteigen oder - und das ist noch weiter weg von den eigentlichen Bewertungen - weil sie die Forderungen von Investoren bedienen müssen. Hedgefonds geraten nicht nur wegen ihrer enormen Hebelwirkung immer wieder in die Kritik auch von Branchenkennern. Sie sind darüber hinaus intransparent und vor allem unkontrolliert. Das macht sie so schwer einschätzbar und kein Rating dieser Welt könnte die Risiken von Hedgefonds auch nur im Ansatz abbilden.

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Nov5

Datensicherheit im Bankensektor

Vorgestern traf eine Heisemeldung ein, die die Sicherheitsexperten von Finanzinstituten wieder unter Strom gestellt haben dürfte. Sofern sie bis dahin noch nichts von Sinowal alias Torpig gehört hatten. Andersfalls ist lediglich die Höhe der Accounts, die ihrer Daten verlustig gingen, neu. Der Artikel spricht von 300.00 - eine stolze Zahl. Seit sechs Monaten ist der Trojaner bereits unterwegs. Man muss sich Fragen, wie der so lange sein Unwesen treiben konnte. Auf ca. 2700 URLs internationaler Banken reagiert das Virus und seine Funktionsweise ist laut RSA FraudAction Research Lab nicht bekannt. Ohhooh!

Andererseits sollte man eines bei aufkommender Hysterie bedenken. Jeder Datendiebstahl ist sicher ein Problem für das betreffende Unternehmen. Wenn man sicher allerdings die Zahlen wirklich ansieht, dann ändert sich der Gefahrenpegel doch deutlich. Gemessen an den Millionen von Millionen Kunden, Kundendaten und Zugriffen dieser Kunden auf ihre Daten - sind 300′000 sicher im Promillebereich anzusiedeln. Ich sehe eine bedenkliche Entwicklung - Anlass zur Panik sollten diese Zahlen wohl noch nicht sein.

zum Heise-Artikel
One Sinowal Trojan + One Gang (Hundreds of Thousands of Compromised Accounts), Bericht von RSA FraudAction Research Lab

Nov4

Die Krise kommt. Vielleicht nicht oder nur zur Hälfte?

Habe gerade auf Heise einen Artikel gelesen, über die Auswirkungen der Finanzkrise die IT und Internetbranche. Und wenn sie kommt, die Krise (was wohl niemand ernstlich bezweifeln wird wollen) - wann? Aber zur Zeit wird nach Heise wohl eher abgewiegelt. Dabei sprechen wir ja immer noch “nur” von den Auswirken einer Krise, die auf die Fehlentwicklungen einer Branche innerhalb der Finanzindustrie zurückgehen. Die nächste Krise der ungedeckten Kreditkarten wird inzwischen unverholen herbeibeschworen - ist aber in den Szenarien noch gar nicht richtig eingepreist. - Und alle, alle warten gespannt auf das Weihnachtsgeschäft im amerikanischen Konsumentenmarkt. Die Prognosen sind wohl düsterer, als viele gern hören wollen. - Jedenfalls werden die Entwicklungen kaum an der IT vorbeiziehen wie ein Gewitter im Sommer, von dem man nur ein dumpfes Grollen vernimmt, sonst nichts.

Das Geld wird künftig nicht mehr so uneingeschränkt für IT-Projekte eingesetzt - und da meine ich gerade und vor allem die für IT-Unternehmen stets lukrative Finanz- und Versicherungsbranche. Die ersten Auswirkungen spüren Account-Manager schon. Projekte werden schon wieder ein bisschen verschoben oder nicht wirklich jede Funktion im Backend muss wirklich umgesetzt werden. Ging ja lange auch so.
Dabei werden die IT-Manager von Banken vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Welche Investitionen gehen jetzt vor: Sicherheit, Prozessmanagement oder Lösungen, die Kosten senken - aber erstmal was kosten. - Nicht leicht, so ein Budget-Verwalter zu sein.

zum Heise-Artikel.

Okt30

Menschenrechte künftig Teil der Governance?

Golem.de berichtete gestern über einen interessanten Vertrag, der zwischern Menschenrechtsorganisationen und global operierenden Unternehmen abgeschlossen wurde. Dazu gehören neben Yahoo und Google, die ja in den letzten Monaten mehrfach diesbezüglich in die Kritik geraten, sind auch Investmentunternehmen. Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichten sich,

die Rede- und Meinungsfreiheit sowie den Schutz der Privatsphäre zu achten und Behörden in autoritären Staaten nicht dabei zu unterstützen, diese einzuschränken.

Das ganze darf man sicher als löblich bezeichnen, auch wenn ich nicht ganz glauben kann, dass diese Richtlinien eingehalten werden können - bzw. deren Einhaltung kontrolliert werden kann.Dass Menschenrechtsorganisationen und Unternehmen sich nicht allzu geschwind auf einen gemeinsamen Nenner einigen konnte, überrascht wenig. Immerhin zwei Jahre brauchte es, die Global Network Initiative unterschriftsreif zu bekommen.
Der vereinbarte Kodex gilt in erster Linie für China bzw. das Geschäften mit dessen Unternehmern. Jüngstes Beispiel für das allzu bereite Entgegenkommen von Skype, bei Überwachungsmassnahmen der chinesischen Regierung behilflich zu sein. Interessanterweise ist gerade Skype der Initiative noch nicht beigetreten.

Zum Golem-Artikel.
Zur Global Network Initiative

Okt29

Audits von IT-Systemen

Auf Keystones und Rivets, einem Blog von Paul Wallis las ich eine sehr interessante Sichtweise zum Thema IT-Systeme und deren Bewertbarkeit. Dabei hat besonders die Frage, wie man eigentlich feststellen will, ob ein System effizient arbeitet - bzw. seine Antwort darauf meine Aufmerksamkeit erregt.

If we look at functional IT systems in isolation we cannot audit effectively. Unless we take a process view which cuts across systems we are likely to miss areas which can lead to failures and miss key areas of risk.

Erst wenn wir sozusagen mit Augen eines Prozessesbeobachters auf die verwendeten Systeme schauen, können wir etwas Sinnvolles darüber sagen. Denn nur dann, wenn die Prozesse laufen - und zwar in all ihren Varianten - werden wir die Lücken und Mängel entdecken, die in ihnen oder im IT-System stecken. Das scheint so einleuchtend wie selbstverständlich zu sein.

Zum Artikel von Paul Wallis.

Apr18

Anspruchsvoller Wissenstest

Es ist Freitag und der Tag ist oft dem einen oder anderen Tipp aus dem Web vorbehalten. Heute habe ich bei heise.de von einem Wissenstest gelesen. War ich natürlich gleich dabei. Nun es ist ein wissenschaftlicher Test. Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft plädieren für mehr naturwissenschaftliches Grundwissen. - Nun darüber kann man trefflich streiten. Manchmal habe ich das Gefühl, anderes Wissen kommt zu kurz in der Schulbildung (zum Beispiel ästhetisches, politisches oder soziales - oder wer schult schon Intuition?)
Jedenfalls haben 20 renomierte Wissenschaftler aus ihren Fachgebieten jenes Wissen zusammengetragen, von dem sie meinen, jeder Mensch sollte das wissen. - Ich muss sagen: sportlich, dieses Unterfangen. Denn diese 50 Fragen aus Biologie, Chemie, Physik, Mathematik, Umwelt, Maschinenbau (!) und Informatik haben es in sich

Und damit ich hier nicht länger abstrakt davon spreche, präsentiere ich mutig mein Ergebnis in diesem nachfolgenden Chart. Und darf anfügen, es wäre eigentlich noch schlechter ausgefallen, hätte mir meine zuverlässige Intuition beim Raten nicht unter die Arme gegriffen. <G>

Sie haben 30 von 50 Fragen beziehungsweise 60 Prozent richtig beantwortet.
testergebnis schauecker ;)

Dem ist mit Leichtigkeit zu entnehmen, dass Maschinenbau (wie auch), Physik, Mathe und Chemie nicht zu den Glanzlichtern meiner Schulbildung gehören. Allen ein schönes Wochenende.

Zum Wissenstest

Apr14

Banken und Wasser

Oder Banken und ihr Wasserverbrauch - welch ungewöhnliche Gegenüberstellen? - Im Zeitalter von Green ganz und gar nicht mehr. Und auch nicht, wenn man sich den aktuellen Artikel auf BankerVision durchliest. Nach nur wenigen Sätzen wird klar worauf der Artikel hinausläuft. Es geht um die Ressource Wasser und um ihre Limitierung. Und wenn man liest, dass um diese Ressource in den nächsten Dekanden Kriege ausgefochten werden, ist das für die wenigsten neu.

Neu ist vielleicht zu erfahren, was an Wasser (in Litern) es eine Bank kostet, ihre Daten zu halten. James Gardner, der Autor des Blogs, rechnet den Wasserverbrauch für die Chips einer durchschnittlichen Bank mal durch:

Die Herstellung eines Computerchips kostet 45.4 Liter. Er überschlägt das Chip-Aufkommen eines Datenzentrums grob mit 400′000 Chips. - Berechnungsgrundlage sind eine angemessene Grösse von 20′000 CPUs, die über die Plattformen verteilt sind und pro CPU arbeiten ihr etwa 10 andere Chips zu. Nach Adam Riese kommen da pro Datenzentrum 18.16 Millionen Liter Wasser zusammen. Ohne die Kosten für Kühlung und physischer Sicherung der Daten zu berücksichtigen.

If you’re a typical bank, you’ll be cycling your platforms every couple of years. Let’s say everything is refreshed every three, for our purposes here. That doubles the water consumption across a three year time frame for a huge 36.32 million litres of water, just for the chips.

Und wohl gemerkt, wir sprechen hier nur von den Chips in den Maschinen. Nicht berechnet sind die Kosten für den gesamten “Fuhr”park und den Rest der Bank.
Das ist fürs erste einen Aha-Effekt wert. Auf den zweiten, nachhaltigeren Blick kommt mir in den Sinn, wer wird den Banken und all den anderen Firmen mit intensiver Datenhalten (und welche sind das in Dekaden nicht) eigentlich dieses Wasser zur Verfügung stellen? - Ob es da wohl wirklich langfristige Szenarien in den oberen Etagen multinational und global agierender Unternehmen gibt. So Zeithorizonten von 20-30 Jahren? - Die Preise für all das, was so viel Wasser braucht, werden ins Exorbitante steigen (müssen).

Zum Artikel
interessante Zahlen in Freshwater Consumption (pdf, 5MB)

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