Komplexe Finanztechnik
Einen recht fundierten Einblick in die finanztechnischen Hintergründe der aktuellen Finanzkrise habe ich eben gefunden. GoldwynReports hat eine Zusammenfassung für die noch immer nicht ausgestandene Krise versucht. - (Zu Gerüchten über die Liquidität Grossbritanniens will ich lieber gar nichts meinen - das wäre ein kaum vorstellbarer Ausmass der Krise.) Allerdings muss ich gestehen, dass das vollständige Funktionieren der im Artikel genannten Finanzinstrumente mir dunkel bleibt.
Prof. Dr.rer.pol. Dieter Pfaff und Peter Ising beschreiben die Instrumente und deren Wirkmechanismen - die ursprünglich noch recht überschaubar waren. Erst die immer stärker einsetzende “Verdunkelung” der Risiken - die letztlich keiner mehr kannte und nicht wirklich absichtsvollem Tun zu Grunde liegt - hat die Krise dieses Ausmasses ermöglicht. Soweit ich das richtig verstanden habe, verstellten all die vielen eingesetzten Instrumente der Absicherung den Blick auf die realen Werte. Denn die Verbriefung der Kredite wurde von den Banken mit sog. Asset-Backed Securities (ABS) realisiert. Ein kurzer Blick auf die Struktur dieser Instrumente lässt schnell deren Komplexität erahnen.
Aus Illiquidität wurde Liquidität - aber eben nicht in wirklich. Jedenfalls gibt dieser kurze Artikel ein gutes Bild über die Komplexität im Einsatz von strukturierten Finanzprodukten und wohin ein übermässiger Einsatz eben führt. - So führen die Autoren auch aus, dass die Schuldfrage letztlich nicht beantwortet kann, also nicht gestellt werden muss. Für die Rechnungslegung wird sich nach der Krise wohl fundamental etwas ändern. - Denn deren Regeln für die Bewertung von Finanzinstrumenten hat offensichtlich bzw. umfassend versagt.
