Regelwerk

Der Blog zu Business Rules Management und Business Intelligence
Dez17

Business Intelligence 2009

Der BI Questions Blog hat vorgestern ein vorausschauendes Posting veröffentlich über mögliche Fallstricke 2009. Zum Beispiel Business Intelligence. Da könnte es

1. Unternehmen geben, die ohne BI versuchen auszukommen - und scheitern.
Für am Markt aktiv agierende Unternehmen ist es inzwischen kaum noch möglich, ohne ein geplante Geschäftsanalytik die eigenen Strategien umzusetzen. BI ist eine mittel- bis langfristige Anglegenheit und - wie Timo Elliott schreibt - “important, but rarely urgent”. In ökonomisch schwierigen Zeiten wie diesen könnten die täglichen Herausforderungen dazu führen, diese dennoch wichtigen Dinge in Sachen Geschäftsanalytik zu vernachlässigen. Doch Aktionen ohne fundamentales Berichtswesen stehen auf wackelingen Füssen und sind wenig geeignet, ein Unternehmen durch unsicheres Fahrwassser zu führen.

2. Die Verantwortlichen verlassen sich auf manuell erstellte Datensammlungen - und werden damit Geld verlieren.
Administrative Taktiken wie “du sollst nicht alles kaufen” könnten dazu verführen, an der falschen Stelle zu sparen. Anstelle auf den Einsatz von speziell für BI entwickelter Software greifen Sparfüchse im Management auf die manuell kodierte SQL-Extraktion zurück oder auf die Datenmanipulation via Excel-Makros. Kurzfristig steht das Budget dann recht gut da. Die Entwicklung und Pflege selbst erstellter Lösungen kostet jedoch langfristig mehr Geld als fertige Lösungen. Der BI-Verantwortliche verlässt das Unternehmen, die Skripte sind nicht ausdokumentiert, niemand kann die selbstgestrickten Tools benutzen. Ein Anbieter für BI-Lösungen muss her, der den mangelhaften oder sehr individuellen Code dann überarbeiten soll. Über kurz oder lang muss dann doch auf ein professionell erstellte Lösung zurückgegriffen werden. Monate sind unterdessen ins Land gegangen. Von dem Schaden einmal abgesehen, den falsch erstellte Geschäftsanalytiken hinterlassen

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Dez12

Cloud Computing für die Ohren

Die “Wolkenberechnungen” (so die deutsche Übersetzung bei wikipedia.de) ist ja nicht erst seit den Trendprognosen von Gartner im Visier von IT-Verantwortlichen (sh. Trendartikel)

“In vieler Hinsicht wird Cloud Computing gerade – in sehr kurzer Zeit – zu “Cloud Business“ (Saugatuck Technology)

Dieses Zitat verdeutlicht aus meiner Sicht die Öffnung für das Thema, denn Cloud Computing dürfte sich in absehbarer Zeit von einem reinen IT zu einem business-strategischen Thema entwickeln. Für alle, die sich für Cloud Computing und vor allem sein mittel- und langfristigen Einflüsse in Unternehmen interessieren, kann ich diesen Podcast weiterempfehlen. Die Sendung ist ein aufgezeichnetes Interview mit Tim Hall (von HP) über “Heightening roles of governance in SOA, cloud and managing dynamic business boundaries”.

Bei SOA geht ja nicht einfach um Webservices. Es geht um die verschiedensten Möglichkeiten, die uns Lösungen an die Hand geben, dem Business wieder seine benötigte Flexibilität zurückzugeben. Das Business braucht Kanäle (Services), mit denen es seine Entscheidungen wieder unabhängig von Technologie treffen kann. Wenn wir SOA in dieser Weise verstehen, bildet SOA eine fundamentale Einheit für optimal fliessende Geschäftsprozesse.
Neben den Ausführungen zu SOA und seine Regulierung und Konrolle (SOA Governance) fand ich eben vor allem die Aussagen zum Cloud Computing interessant (vielleicht auch gerade vor dem Hintergrund von SOA) und was das alles mit einer zukünftigen Business Intelligence zu tun hat.
Es geht um künftige Beziehungen zwischen Nutzern und Entwicklern von Services, von Metadaten und deren Eigentümern, es geht um die Nutzung von Lösungen, um diese Dinge zu verwalten. Es gilt letztlich neue Beziehungsmuster zu etablieren, mit denen man die eigenen Daten (auch sensible) verwalten und auswerten kann.

As we move into a more comprehensive cloud set of offerings, we’re going to need to federate the different instances of services, metadata, their ownership, the consumption of those pieces, and really formalizing the relationships of using tools between the consumers and providers of those things.

Cloud Computing braucht neue Ansätze für eine Verständnis von Teilen (im Sinne des technischen Sharing) - es braucht ein neues Agreement von Partnerschaft, es braucht revolutionäre Sicherheitskonzepte, deren Fehlen ja heute noch weitgehend das Konzept des Cloud Computing ausbremst.

wer das gesamte Interview noch einmal nachlesen möchte. Dana Gardner (die Interviewer) war so freundlich, das Gespräch vollständig niederzuschreiben.

der Podcast von Dana Gardner’s BriefingsDirect
zum Transkript.

Dez11

Soziale Finanzdienste für Deutsche

Gemege-LogoFür Finanzdienstleister brechen interessante Zeiten an - wenn sie die Musse hätten, ihre Blicke auf die sozialen Entwicklungstendenzen im Nezt schweifen lassen könnten. Kürzlich hatte ich über wichtige Trends der Finanzindustrie berichtet und mehrere angelsächsische Angebote benannt. (Zopa, Smartypig und Prosper). Jetzt ist das Ganze auch für deutsche Bedürftige zu haben: gemege.de. Ob das eine Abkürzung aus Geldmenge in Germany ist, hatte ich mich spontan gefragt. Aber dann belehrte mich das Logo eines Besseren: Gemeinsam mehr Geld. Hier darf um Geld gebeten und den Gesuchen stattgegeben werden. So ganz von privat zu privat. Und ich bin gespannt, ob der deutschsprachigen Kopie der gleiche Erfolg beschieden wie der Mutter aller sozialen Finanzplattformen zopa. Grundsätzlich bezweifle ich das. Hauptsächlich deshalb, weil ich glaube, dass das Leihen bzw. Beleihen hier nicht in dem Masse Kultur ist, wie das (die Finanzkrise zeigt uns die Ausmasse gerade deutlich) für amerikanische Privatkonsumenten der Fall zu sein scheint. Aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeigen. Da bin ich ganz leidenschaftslos. ;)

Die Plattform kommt im klassischem Web-2.0-Kleid daher (steht ja auch drauf) und erinnert mich auffällig an Xing - so diese Business-Leute-Anmutung in den Scherenschnitten. Leider nervt diese ambitionierte Animation beim Mouse-Over. Sieht zwar besser aus, als es das schon mal vor 15 Jahren gab, aber ist genauso schnell anstrengend. Inhaltlich wirkt die Seite auf den ersten Blick noch sehr bemüht. So als hätte jemand deutlich nach Inhalten gesucht. Zum Beispiel die Spartipps - gleich der erste Eintrag: Am Kinotag ins Kino gehen. Weil da das Kino günstiger ist. Etwas flach, scheint mir.  Unter den besten Spartipps geht folgender:

Nutzen Sie die bei Chemiehandel erhältlichen 1000 Liter Fässer zum Auffangen von Regenwasser und giessen Sie Ihre Pflanzen damit. Die Fässer werden gereinigt, da sind keine Rückstände mehr drin! Ich habe für ein Fass 50Euro (Selbstabholung) bezahlt.

Ich weiss ja nicht, ob das tatsächlich die Spartipps sind, die ich vermutet hätte. Vielleicht fehlt mir auch einfach nur der Garten für den Tipp.

Home of Gemege.de

Hinter dem Angebot steckt die Fidor AG. Eine Internetfirma, die sich auf soziale Plattformen spezialisiert hat. Und die laut Handelsblatt schon vor Monaten eine Vollbanklizenz beantragt hatte. Jetzt dürfte klar sein, wofür. Und wenn ich mir vorstelle, da würden richtig viele kleine Geldverleihungen ein grosses Geschäft entstehen lassen, hätte ich zu wenig Vertrauen in eine Bank, die nur nach dem Papier eine ist. Auch wenn da ehemalige Vorständler aus der Hypo-Vereinsbank mit im Boot sitzen.

Dez10

Studien für ein besseres IKT-Gefühl

Wieder eine Studie - diesmal informativ und brandneu - wie der Mittelstandsblog zu berichten weiss. Vergangenen Freitag übergaben Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft dem deutschen Bundeswirtschaftsministerium dieses Dokument zur Zukunft und Zukunftsfähigkeit der deutschen Informations- und Kommunikationstechnologie. Fazit sind acht Leitgedanken für ein wettbewerbsfähiges Deutschland.

  1. Die „Digitale Spaltung“ wird eine Elite herausbilden, die die Entwicklung Deutschlands prägen wird
  2. Allgegenwärtiger Internetzugang ist Voraussetzung für die Entwicklung netzbasierter Anwendungen
  3. Innovationen der IKT werden die Bedürfnisse der Menschen nach Gesundheit und Wellness verändern
  4. Bedeutung von Innovationen in der Informations- und Kommunikationstechnologie für unser Zuhause der Zukunft
  5. Treiber für IKT-Innovationen, die unsere Arbeitswelt verändern werden  16
  6. Der Einsatz von IKT für einen optimierten Energieverbrauch kann der IKT-Branche zu Wettbewerbsvorteilen verhelfen  17
  7. Wirtschaftliche Bedeutung von eingebetteten Systemen  18
  8. Wichtige Aspekte für einen Mentalitätswechsel und damit verbundene höhere Gründungszahlen von Unternehmen

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Treiber für IKT-Innovationen, die unsere Arbeitswelt verändern werden

Der Bericht ist der Abschluss einer ersten Projektphase und soll in den kommenden fünf Jahren fortgesetzt werden. Er enthält konkrete Handlungsempfehlungen für Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler. Zudem ist das Papier für die strategische Unternehmensplanung eine wertvolle Hilfe. Denn die gesamte Untersuchung ist bis auf 2020 geplant und gibt interessante Hinweise für eine langfristig gedachte Unternehmensperspektiven.

Die 90seitige Studie “Zukunft und Zukunftsfähigkeit der deutschen Informations- und Kommunikationstechnologie” steht als kostenloser Download zur Verfügung.

Dez9

Neuer Datenkrimi in Deutschland

Ein neues Paket mit sensiblen Daten ist in Deutschland in Umlauf gebracht. Diesmal sind es Daten von 21 Millionnen Deutschen. Golem.de schrieb gestern, dass der Wirtschaftswoche dieses Paket angeboten wurde. Das brisante an diesem Angebot: es enthält auch neben Persondaten auch Angaben zu den Bankverbindungen. Und als wäre das noch nicht genug - gibt es auch noch detaillierte Informationen zur Vermögenslage der Betroffenen.
Das Magazin vermutet Lecks in Callcentern. Die deutsche Staatsanwaltschaft ist bereits eingeschaltet.

Unabhängig von dem Ausgang dieser Untersuchungen werden solche Vorfälle auf lange Sicht beträchtlichen Schaden anrichten. Was mich eigentlich irritiert - wie sind Datendiebstähle in solchem Ausmass möglich. Muss man hier nur an die Sicherheitslücken in der IT von Callcentern denken? Oder sind das eher Überlegungen grundsätzlicher Natur? Zum Beispiel welche Unternehmen eigentlich die Dienste von Callcentern in Anspruch nehmen? - Vielleicht sollten Banken nicht dazu gehören. Denn in dem vorliegenden Fall kann es sich ja nur um ein grosses Finanzinstitut handeln. Vermögensdaten von 21 Millionen Kunden. Wofür muss eine Bank solche Daten an ein Callcenter weitergeben? Ich bin sehr gespannt, wem die Daten gestohlen wurden und was das für deren Kundenbeziehungen bedeutet.

Falls sich das Ganze als Datendiebstahl bewahrheitet sollte - was heisst das für eigentlich für die Callcenter? Irgendwas scheint mir faul im Staate Callcenter. Denn eines zeichnet sich immer klarer ab: entweder sind Mitarbeitende von Callcentern notorisch unterbezahlt (und greifen zu vielversprechenden Möglichkeiten für Nebeneinnahmen) oder sie sind notorisch überlastet (und können kaum noch entspannt ihre Arbeit tun) oder sie sind notorisch unterinformiert (und geben falsche und gar keine weiterhelfenden Informationen an geliehene Kunden weiter). Bei derartig regelmässigen Negativschlagzeilen muss vielleicht einiges Grundsätzliches an der Betriebs- oder Geschäftsstruktur überdacht werden. Oder will sich die Branche noch weiter die Grundlage ihres Geschäftsmodells verspielen: den Vertrauensvorschuss ihrer Kunden?

Golem-Artikel

Dez8

Banken, Komplexität und Business Rules

Im Gegensatz zu gestressten Weihnachtseinkäufern hatte ich in den vergangenen Tagen etwas Zeit - und vor allem Musse - mal ein paar Gedanken zusammenzutragen, warum Business Rules (respektive Business Rules Management = BRM) gerade für die Finanzindustrie so interessant sind. Wichtig auch gerade nach solch dramatischen Entwicklungen wie sie die aktuelle Finanzkrise mit sich bringen.
Die Erhöhung von Marktanteilen ist eher ein schwieriges Unterfangen (ich vernachlässige solche Abwanderungen von Kunden, wie sie die UBS gerade verkraften muss. Da können die anderen Anbieter für kurze Zeit signifikante Erträge über das Neukundengeschäft  generieren.) Noch schwieriger als Marktanteile zu gewinnen, ist der Erhalt der Margen, wie sie noch vor 10 Jahren möglich waren. Sie schmelzen weg wie Eis in der Sonne Spaniens. Und da schliesst sich der Kreis. In Zeiten, in denen die Geschäft wie geschmiert laufen, werden zu hohe Kosten gern vernachlässigt. In Krisenzeiten wird die Reduktion von Komplexität und damit die Senkung von Kosten zum Schlüsselfaktor.

Selten nahmen sich die Verwalter von Finanzprodukten in der Vergangenheit die Zeit, ihre Prozesse auf Effizienz zu trimmen. Jetzt rächt sich dieses Versäumnis. Einsparungspotentiale sollen in Krisenzeiten von jetzt auf gleich umgesetzt werden. Unter diesen Bedingungen entfaltet der Business-Rules-Ansatz seine höchstmöglichen Vorteile. Denn er hilft sehr rasch vor allem jene Umstände anzupacken, die für die ansteigende Komplexität der Geschäftdsregeln und -prozesse in Banken und Versicherungen verantwortlich sind:

  • Geschäftsregeln müssen immer häufiger an marktspezifische und/oder staatliche Anforderungen angepasst werden. Die Anforderungen durch Regulierung wachsen stetig und die Zyklen der Anpassungen verkürzen sich
  • Die Kundenbedürfnisse werden immer individueller. Immer mehr Kunden bestehen auf speziell zugeschnittene Verträge und Konditionen, deren Verwaltung teure Ressourcen bindet.
  • Neue IT-Lösungen führen zu einer technisch spezifizierten Organisation von Prozessen und Geschäftsregeln. Das führt zu spezialisierten “Sprachen” innerhalb der Unternehmensorganisation - das inzwischen bekannte Phänomen  der Kommunikationsprobleme zwischen IT und Business. Hier ist eine Harmonisierung dringend notwendig.
  • Mit der technologischen Umsetzung von Geschäftsprozessen nimmt die Redundanz von Geschäftsregeln zu. Denn die meisten Organisationen binden ein und dieselbe Regel oftmals als reduntante Varianten in die unterschiedlichen Prozesse ein. Das verhindert in steigendem Masse die für Agilität und Flexibilität so notwendige Transparenz in Prozessen.
  • Auf Grund der IT-orientierten Umsetzung der Geschäftsprozesse ist eine Änderung von Geschäftsregeln sehr ressourcen- und zeitaufwändig. Prozesse können kaum noch zeitnah und marktorientiert angepasst werden.

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Dez4

IT-Projekte und ihre speziellen Probleme

Wenn ein IT-Projekt startet, sind meist drei Leute (Rollen) massgeblich daran beteiligt: der Verantwortliche für die Entwicklung (oft beauftragt - sprich extern), ein Verantwortlicher für die Systemintegration (gern ein externer IT-Consultant) und der Nutzniesser sprich Kunde des Projektes. Es ist kein Geheimnis, dass diese Rollen (bzw. deren Vertreter) fast immer mit Konflikten zu kämpfen haben. In einem unterhaltsamen Podcast geht der Autor Brian Sommer diesem “Teufelsdreieck” nach und untersucht die Ursachen für diese Konflikte. Einige seiner Gründe sind tatsächlich interessant bzw. deren Geschichte und Hintergründe. Hier mal zwei von ihnen.

Systemintegrator vs. Berater
Managementberatungsunternehmen hatten in der Vergangenheit immer auf die unabhängige Beratung gesetzt. Dabei haben sie die Sicht ihrer Kunden als ihre eigene eingenommen. Brown nennt es das Goldene Zeitalter der Consultants. Dann, in den 90ern, begannen die Beratungsunternehmen eigene Leute die Lösungen entwickeln zu lassen. Diese Entwicklung ging zu Lasten der Kunden. Denn jetzt wurde nicht mehr beraten, sondern verkauft. Ein Interessenskonflikt war vorprogrammiert.

Dienstleister als “einsame Wölfe”
Einige Unternehmen haben hohe Sicherheitsanforderungen. Kundendaten sind für alle Externen tabu. Solche lone wolf environments erschweren es, das beste aus den Beratern herauszuholen. Im Gegensatz dazu stehen Unternehmen, die nach dem Leistungsprinzip organisiert sind. Sie setzen eine Qualitätssicherung ein, die unabhängig von Verkauf und Vertrieb arbeitet. Damit sind so aufgebaute Organisationen viel offener für die gemeinsame Nutzung von Informationen (intern und mit ihren Kunden). Es geht um die bestmögliche Lösung. Und das ist immer im Sinne des Kunden.

Der Podcast sei allen wärmstens ans Herz gelegt, die regelmässig in konfliktreichen IT-Projekten ihr Auskommen haben. Brian gibt direkt Hinweise zum Verständnis der Motivationen hinter den beiden Projektseiten: dem Systemsintegrator und dem Lieferanten von Unternehmenslösungen.

The IT ‘Devil’s Triangle’ [podcast]

gefunden via ZDNet

Dez2

Innovationen oder Winterschlaf

Die Finanzindustrie muss sich um Innovationen bemühen, das schrieb Gartner Anfang November in einer Pressemitteilung anlässlich eines Symposiums auf der ITxpo 2008 (3.-7.11. in Cannes). Kurz und bündig ist die Zusammenfassung auf Gartnervideo zu sehen - der neuen YouTube-Plattform des Beraterriesen. (Nebenbeibemerkt lohnt sich sicherlich ein regelmässiger Blick auf die Plattform.)

Vorrangig geht es in dem Text um die Überlebensstrategien der Finanzinstitute während des bevorstehenden Abschwungs der Branche. Gartner spricht von vier Bereichen, in denen Innovationen sinnvollerweise vorbereitet und umgesetzt werden müssen:

  1. Überarbeitung des Konzeptes der Zweigstellen für Verkauf und Beratung
  2. Weiterentwicklung der Personalisierungskonzepte für die Kunden
  3. Konsequente Einbeziehung Finanzorientierten sozialen Netzwerken (financial social networks - FSN)
  4. Erschliessung innovativer Bezahlmodelle

Alistair Newtwon (Research Vice President von Gartner, Inc.) schlägt den Winterschlaf als einzige wirkliche Alternative zur kostenintensiven Innovationsforschung vor. Damit kann mit geringfügisten Kosten aber bewusst auf den nächsten Aufschwung gewartet werden kann. Unternehmen, die sich für einen Mittelweg entscheiden - ein bisschen Modernisierung mit geringfügigem Gewinn - würden dagegen ihr IT-Budget verschwenden.

“Far from being fast followers, companies in-between the two options will be ditherers or laggards who waste their IT budget on incremental modernisation, which will have little or no consequence for their business,…” (Alistair Newtwon)

Zur Pressemitteilung der Gartner Inc.
Gartnervideo-Plattform

Dez2

Banker-Ansichten zum Web 2.0

James Gardner ist so etwas wie ein typischer Banker. Er schreibt regelmässig Blogbeiträge und das liest sich wie die Innenansicht der Branche. Am Freitag gab es einen vielkommentierten Artikel zu der Frage, warum Banken nichts mit sozialen Netzen am Hut haben.

If there was a business reason to be in social media, banks would flock there pretty quickly. It took 5 or so years for the flock to get there with Internet banking, and it will probably take as along for mobile. Social media has been around for more than 5 years, and I’m not seeing much flocking.

Nun, es könnte natürlich sein, dass Banken nicht immer vorn an den Innovationsfestivals mitspielen. Seis drum. Der Artikel selbst ist eine Reaktion auf eine Präsentation eines Chris Skinner, die genau das Gegenteil behauptete. Dass nämlich Banken schleunigst den Weg in die sozialen Netze nehmen sollten.

Zurück zu James Gardner, der einen fast zynischen Kommentar zu sozialen Netzen wie Facebook oder Myspace abgibt. Man ist schnell geneigt, ihm darin Recht zu geben bzw. fühlt sich bestätigt, wenn man seine Abschlussanalyse zu den Inhalten in zum Beispiel Facebook liest.

… it suggests to me you can build engagement with social media on things that are unimportant and irrelevant. But when you say things which, theoretically, would be interesting and useful, paradoxically, no one cares. Social media is a channel optimised for the insignificant.

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Dez1

Controllern erwächst mehr Verantwortung

Die Finanzkrise hat zum einen die Branche selbst tiefgreifend erschüttert. Einer der Effekte, ist die Verknappung des Geldes, das für Kredite zur Verfügung steht. In zweiter Instanz rollt auf die Finanzchefs der Unternehmen eine Welle von Herausforderungen zu. Wie gehen die Verwalter der Finanzen damit um?
Eine Studie der WHU hat dieser Frage untersucht. Sie kommt zu dem Ergebniss, dass die wachsende Verantwortung den Einfluss der Controller auf das Management der Unternehmen stärken wird. Erste Veränderungen werden bereits sichtbar. “Der Einfluss der Controller auf die Entscheidungen des Managements steigt, berichtet Studienleiter Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber vom Institut für Management und Controlling der WHU (IMC).

Die 434 befragten Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind mehrheitlich der Meinung, dass sich die Auswirkungen der Finanzkrise in Grenzen halten werden. Allerdings muss einschränkend hinzugefügt werden, dass vor allem befragte aus weniger betroffenen Unternehmen zu diesem Schluss kommen. Finanzchefs, die die Auswirkungen der Krise in ihrem Unternehmen direkter spüren, sehen die kommenden  Entwicklungen pessimistischer. Das betrifft auch die Frage, ob es nach der Krise in den Unternehmen Veränderungen im Management geben sollte. Finanzchefs aus den Branchen Auto und Bau sowie Finanzen und Versicherung halten Veränderungen im Management für unumgänglich. Dabei stellt die Studie fest, dass ein positiver Effekt der Krise die wachsende Verantwortung des  Controllings sein wird.

Da im Moment noch wenig zuverlässige bzw. verlässliche Aussagen zu den tatsächlichen Entwicklungen vorgenommen werden können, wird in drei Monaten die Studie wiederholt. Man darf gespannt sein.

gefunden via uni-protokolle.de