Regelwerk

Der Blog zu Business Rules Management und Business Intelligence
Nov10

Wissensmanagement als Innovationsfaktor

Verteiltes Wissen ist ja nicht erst seit kurzem ein Thema. Ich kann mich noch gut erinnern, dass in Konzepten für Intranets seit 10 Jahren die Frage nach dem Zugriff auf die Ressource Wissen immer ein wichtiger Schwerpunkt war. In der Regel sind die meisten Ansätze, die sich sich um das Know-how ihrer Mitarbeiter bemühten mehr oder weniger gescheitert. In einem Interview des Dresden Future Forum kann man nochmal nachlesen, warum. Es hat bei aller Einsicht in den Wert eines organisierten Wissensmanagements schlichtweg am wichtigsten Erfolgsfaktor dafür gefehlt: die Bereitschaft einer Unternehmenskultur solch einem Wissensfluss zu folgen, sprich sich zu verändern.
Die wichtigsten Faktoren, die einem tatsächlichen Wissensmanagement entgegenstehen sind doch Konkurrenzdruck zwischen Mitarbeitern, Misstrauen in die Vorteile, das mühsam erworbene Spezialwissen allen zur Verfügung zu stellen und die Organisation vieler Unternehmensbereiche in Profitcenter.
In dem Interview wird erwähnt, dass heute ca. 80% des Mitarbeiterwissens bereits via Internet zur Verfügung stünden. Ich halte das zwar für etwas hochgegriffen - aber sei’s drum. Entscheidend sind nach Aussage von Stefan Ehrlich die verbleibenden 20%. Und da würde ich ihm Recht gegen und noch eines draufsetzen. Die meisten Informationen von Mitarbeitern über ihr fachliches Wissen, dass sie in solch enem wissensorientierten Intranet einspeisen, bezieht sich genau auf jenes Wissen, das irgendwie schon verfügbar ist. Die wirklich entscheidenden Kenntnisse behält man doch noch immer lieber für sich.

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Nov7

Google - Innovationen ohne Ende

Google-Book-LogoDie Kreativität und vor allem das Ableiten interessanter Geschäftsmodelle ist schon fast beängstigend bei diesem Unternehmen. In den Kanon möglicher Weltinformationsmonopolisierung möchte ich jetzt gar nicht einsteigen. Denn unabhängig von allen Ängsten bezüglich eines Zentrums für nutzerdatenorientierte Vermarktungsstategien ist Google mal wieder ein Coup für die Zukunft gelungen. Die Einigung mit amerikanischen Verlegern und Autoren über die Verwendung gedruckter Texte, die sich noch nicht jenseits des Copyrights befinden. Sprich Google hat die Erlaubnis erhalten, alles einzuscannen was da aus Druckerein kommt. Vieles davon ist einzig für die Suche und der Identifizierung des Titels, Autors etc. vorgesehen. Sprich die Texte werden nur gegen Bares freigegeben. - Aber man male sich mal das Szenario aus, wieviel man mit Print-on-Demand-Erzeugnissen verdienen kann, die vergriffen sind, also nicht mehr gedruckt werden. Kein Aufwand, nur Hand aufhalten. Denn wenn ein Buch, dass ich haben will und nicht mehr käuflich erwerben kann nur noch ein Klick weit weg von meinem digitalen Schreibtisch ist - ja wielange würde ich da wohl überlegen? Wie sagt man dem: Geld drucken?

Auf IT-Frontal gibt es einen Artikel, der das Ausmass dieser Google-Idee ausführlich untersucht: Googles Book Search könnte das Internet revolutionieren

Nov6

Blickwinkel auf die Finanzkrise

Nicht nur im Allgemeinen interessiert mich, wie es mit der Finanzkrise weitergeht, bis wohin ihre Ausläufer reichen werden und was uns noch erwartet. Als Dienstleister für den Bankensektor sind wir bei Sowatec natürlich gleichfalls an den Entwicklungen in unserer Kernbranche interessiert. Denn jede Entwicklung wird sich über kurz oder lang in den Auftragsbüchern niederschlagen. Ist die Krise der Banken eine Krise der Finanzen bzw. deren Instrumente? - Ein Ja als Antwort lässt sich aus dem Artikel der Zeit herauslesen, der letzte Woche erschien. Kurz zusammengefasst sieht der Artikel vor allem fünf Umstände für die Schwere der Krise bzw. für deren Anhalten: fragwürde Finanzvehikel wie z. B. Hedgefonds, Staatsverschuldungen, Finanzmarktspekulationen, Kreditversicherungen und die private Verschuldung (der US-Konsumenten).

Problem Nummer 1: In Hedgefonds scheint einer der Gründe für die an den Märkten fortschreitenden Wertverluste - trotz Rettungspakete etc.

Allein im dritten Quartal haben die weltweit rund 10.000 Hedgefonds 210 Milliarden Dollar, rund zehn Prozent, an Wert verloren – das berichtet der Informationsdienst Hedge Fund Research (HFR).

Zur Zeit sind Hedgefondsverwalter gezwungen, die diesen Instrumenten innewohnende Dynamik um einiges zu verschärfen. Sie müssen verkaufen. Entweder weil es besser ist, möglichst aus vielen Aktientiteln auszusteigen oder - und das ist noch weiter weg von den eigentlichen Bewertungen - weil sie die Forderungen von Investoren bedienen müssen. Hedgefonds geraten nicht nur wegen ihrer enormen Hebelwirkung immer wieder in die Kritik auch von Branchenkennern. Sie sind darüber hinaus intransparent und vor allem unkontrolliert. Das macht sie so schwer einschätzbar und kein Rating dieser Welt könnte die Risiken von Hedgefonds auch nur im Ansatz abbilden.

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Nov5

Datensicherheit im Bankensektor

Vorgestern traf eine Heisemeldung ein, die die Sicherheitsexperten von Finanzinstituten wieder unter Strom gestellt haben dürfte. Sofern sie bis dahin noch nichts von Sinowal alias Torpig gehört hatten. Andersfalls ist lediglich die Höhe der Accounts, die ihrer Daten verlustig gingen, neu. Der Artikel spricht von 300.00 - eine stolze Zahl. Seit sechs Monaten ist der Trojaner bereits unterwegs. Man muss sich Fragen, wie der so lange sein Unwesen treiben konnte. Auf ca. 2700 URLs internationaler Banken reagiert das Virus und seine Funktionsweise ist laut RSA FraudAction Research Lab nicht bekannt. Ohhooh!

Andererseits sollte man eines bei aufkommender Hysterie bedenken. Jeder Datendiebstahl ist sicher ein Problem für das betreffende Unternehmen. Wenn man sicher allerdings die Zahlen wirklich ansieht, dann ändert sich der Gefahrenpegel doch deutlich. Gemessen an den Millionen von Millionen Kunden, Kundendaten und Zugriffen dieser Kunden auf ihre Daten - sind 300′000 sicher im Promillebereich anzusiedeln. Ich sehe eine bedenkliche Entwicklung - Anlass zur Panik sollten diese Zahlen wohl noch nicht sein.

zum Heise-Artikel
One Sinowal Trojan + One Gang (Hundreds of Thousands of Compromised Accounts), Bericht von RSA FraudAction Research Lab

Nov4

Die Krise kommt. Vielleicht nicht oder nur zur Hälfte?

Habe gerade auf Heise einen Artikel gelesen, über die Auswirkungen der Finanzkrise die IT und Internetbranche. Und wenn sie kommt, die Krise (was wohl niemand ernstlich bezweifeln wird wollen) - wann? Aber zur Zeit wird nach Heise wohl eher abgewiegelt. Dabei sprechen wir ja immer noch “nur” von den Auswirken einer Krise, die auf die Fehlentwicklungen einer Branche innerhalb der Finanzindustrie zurückgehen. Die nächste Krise der ungedeckten Kreditkarten wird inzwischen unverholen herbeibeschworen - ist aber in den Szenarien noch gar nicht richtig eingepreist. - Und alle, alle warten gespannt auf das Weihnachtsgeschäft im amerikanischen Konsumentenmarkt. Die Prognosen sind wohl düsterer, als viele gern hören wollen. - Jedenfalls werden die Entwicklungen kaum an der IT vorbeiziehen wie ein Gewitter im Sommer, von dem man nur ein dumpfes Grollen vernimmt, sonst nichts.

Das Geld wird künftig nicht mehr so uneingeschränkt für IT-Projekte eingesetzt - und da meine ich gerade und vor allem die für IT-Unternehmen stets lukrative Finanz- und Versicherungsbranche. Die ersten Auswirkungen spüren Account-Manager schon. Projekte werden schon wieder ein bisschen verschoben oder nicht wirklich jede Funktion im Backend muss wirklich umgesetzt werden. Ging ja lange auch so.
Dabei werden die IT-Manager von Banken vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Welche Investitionen gehen jetzt vor: Sicherheit, Prozessmanagement oder Lösungen, die Kosten senken - aber erstmal was kosten. - Nicht leicht, so ein Budget-Verwalter zu sein.

zum Heise-Artikel.

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