Regelwerk

Der Blog zu Business Rules Management und Business Intelligence
Nov21st

Von der Information technology zur Business Technology

Auf James Taylor’s Decision Management finde ich immer wieder informative Diskussionen und Anregungen. Gestern gab es einen Dreiteiler zum Thema Business Technologie bzw. warum es so wichtig ist, jene Transformation von der Informationstechnologie (IT) zur Business Technology (BT) zu vollziehen. Denn die Kontrolle über die technologischen Systeme bzw. von ihnen gesteuerte Prozesse zurückzugewinnen - ist ja nicht umsonst auch ein so wichtiges Thema des Business Rules Managements. Und weil das im Artikel benutzte Eingangszitat eines anderen Bloggers so treffend ist, übernehme ich es einfach mal und gehe dann etwas auf die drei Blogeinträge ein.

“If we don’t get from IT (Information Technology) to BT (Business Technology) we’re going to have more disasters like our present mortgage meltdown. Why? Because IT creates impenetrable systems that human beings can’t manage. BT is about human beings back in control” (George Colony in BPM and SOA: Where IT Is Going if Real People Take It There )

Nach James Taylor sind die Kernelemente dieses Wechsels von der Informations- zur Business-Technologie folgende:

  • Business control - Wie lassen sich die aktuellen IT-Systeme im täglichen Business effizient nutzen?
  • Business agility - Wie kann die (technische) Schwerfälligkeit der IT mit den Bedürfnissen nach im schneller geforderten Reaktionszeiten vereinbart werden.
  • Business intelligence - Wie kann das Business in einem umfassenden Sinn an Intelligenz gewinnen?

Business control
James Taylor definiert Business-Kontrolle als die Fähigkeit bzw. Möglichkeit auf seiten der Businessverantwortlichen zu bestimmen, wie sich die eingesetzten (technischen) Systeme im täglichen Business verhalten. Realistischerweise meint Kontrolle hier, jene Teile des Systems zu identifizieren, die von Businessentscheidungen angetrieben bzw. beeinflusst werden. Das ist in sofern wichtig, dass die Prozessverantwortlichen jederzeit auf veränderte Bedingungen (Regulierungen, Vorschriften oder Märkte) reagieren können müssen. Businessverantwortliche müssen in der Lage sein zu verstehen, was die System machen. Sie müssen die Korrektheit des Systems überprüfen und die Auswirkungen von Veränderungen in den Prozessen überprüfen können. Und schliesslich müssen sie die beabsichtigen Änderungen im System tatsächlich auslösen können. Die Prozesse selbst werden ja nicht jedesmal neu definiert, sondern Parameter werden verändert oder einzelne (Teil)Schritte angepasst. Ein einmal definierter Prozess einer Bestellung (von der Anfrage bis zur bestätigen Überweisung) wird als solcher kaum täglich verändert werden. Die Preise, Konditionen oder automatisch ausgelöste Vertriebsaktivitäten dagegen schon. Und eben die muss jeder Eigner eines Prozesses ohne Probleme vornehmen können. Das meint Business control und das meinen wir, wenn wir im Business Rules Management davon sprechen, dass dem Business wieder die Verantwortung über seine Prozesse zurückgegeben werden soll. Und hier wird dann auch klar, warum die Geschäftsregeln (busines rules) ein so kritisches Element ist in diesem Transfer von der Informationstechnologie hin zur Business-Technologie.

Business agility
Der Begriff der Business agility hängt in hohem Masse von den technisch bedingten Widerstandskräften der IT ab, auf Änderungen zu reagieren. (So würde ich das mal nennen.) Nach Taylor ist IT impedance die Zeit, die IT-Manager brauchen, um jene Änderungen umzusetzen die vom Business als nötig definiert wurden. Normalerweise ist diese IT impedance hoch. Sind die Systeme jedoch deklarativ definiert - durch die Verwendung von Business Rules, Prozessketten und wenn zusätzlich grafische Metaphern und eine beschreibende, alltagstaugliche Terminologie verwendet wird - wird die IT impedance niedrg sein. Diesen Effekt vergleicht James Taylor mit dem Einsatz von SOA (serviceoriented architecture) - wenn im Unternehmen neue Prozesse oder radikale Änderungen eingeführt werden. Entscheidungen können auf einer völlig neuen, agilen Basis getroffen werden.

Decision management allows the most complex logic in these systems - the true business logic - to be managed without IT impedance and exposed as a service (a decision service) so it can be used and re-used in new and existing processes and systems.

Business intelligence (BI)
Hier meint Taylor weniger jene Werkzeuge, die eingesetzt werden, um einfacher das Monitoring zu realisieren Reports zu erstellen oder Analysen abzuleiten. Vielmehr geht es um das gesamthafte “Intelligenter”-Werden der Systeme. Dazu braucht es den Blick über BI hinaus - hinzu voraussagenden Anlysen und auf Musterkennung zielende Datenanalyse (data mining). Es geht darum, das Bekannte dafür zu nutzen, intelligentere Aussagen über zukünftige Entwicklungen zu treffen. Annahmen und Wahrscheinlichkeiten feinkörniger und damit verlässlicher vorhersagen zu können. Analysen der Auswirkungen von angenommenen Entscheidungen bergen das Risiko, dass die Annahmen nicht eintreffen. Dieses Risiko gilt es logischerweise zu mindern, um das Potential von predictive analyses voll auszuschöpfen. Das automatisierte Entscheidungen genau auf die präzise ausgewerteten Datenmengen zurückgreifen, steht und fällt eigentlich mit dem Data mining und der Vorhersagbarkeit der analysierten Daten das gesamte Decision Management.

Decision management puts the operational, day-to-day decisions into play so that you can run your business by the numbers - applying historical data effectively to improve the future.

Zu den einzelnen Artikeln von James Taylor:
Business control
Business agility
Business intelligence

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