Regelwerk

Der Blog zu Business Rules Management und Business Intelligence
Okt31

Regeln und ihre verborgenen Grundlagen

Tyner Blain, einer meiner meistgelesenen Blogs, hatte jüngst einen Artikel veröffentlich, der sich mit verborgenen Entscheidungen in Geschäftsprozessen beschäftigte. Sehr erhellend - und wie immer gibt er dazu ein praxisnahes Beispiel.

Er beschreibt ausführlich, dass es sehr sinnvoll sein kann, die definierten Businessprozesse wirklich genau anzusehen und auf verborgene Entscheidungen hin abzuklopfen. Verborgen sind Entscheidungen dann, wenn stillschweigend nur eine Alternative von zwei Möglichkeiten als Prozessschritt ausgewählt wird - ohne die zweite im Prozess auch nur zu erwähnen.
Sein Beispiel: Die Suche nach einem Kunden, die einen automatisierten Prozess einleitet. Drei Möglichkeiten an Resultaten kann es geben:

1. Kein Resultat - ein neuer Kunde wird angelegt.
2. Ein Resultat - der Kunde wird ausgewählt.
3. Mehr als eines bis viele Resultate - ein neuer Kunde wird angelegt.

In diesem Szenario ist natürlich die Variante 3 Anlass für ein genaueres Hinschauen. Warum wird ein neuer Kunde angelegt, wenn es einfach zuviele Resultate hat. Aus Effektivitätsgründen ist in diesem Prozess entschieden worden, keine Zeit beim Selektionsprozess zu verlieren. Dafür werden Dubletten in Kauf genommen, die zu einem späteren Zeitpunkt einfach beglichen werden. Trotzdem ist bei dieser Variante des Prozesses  eine manuelle Intervention nötig. Das heisst, der Prozess wird unterbrochen.

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Okt30

Menschenrechte künftig Teil der Governance?

Golem.de berichtete gestern über einen interessanten Vertrag, der zwischern Menschenrechtsorganisationen und global operierenden Unternehmen abgeschlossen wurde. Dazu gehören neben Yahoo und Google, die ja in den letzten Monaten mehrfach diesbezüglich in die Kritik geraten, sind auch Investmentunternehmen. Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichten sich,

die Rede- und Meinungsfreiheit sowie den Schutz der Privatsphäre zu achten und Behörden in autoritären Staaten nicht dabei zu unterstützen, diese einzuschränken.

Das ganze darf man sicher als löblich bezeichnen, auch wenn ich nicht ganz glauben kann, dass diese Richtlinien eingehalten werden können - bzw. deren Einhaltung kontrolliert werden kann.Dass Menschenrechtsorganisationen und Unternehmen sich nicht allzu geschwind auf einen gemeinsamen Nenner einigen konnte, überrascht wenig. Immerhin zwei Jahre brauchte es, die Global Network Initiative unterschriftsreif zu bekommen.
Der vereinbarte Kodex gilt in erster Linie für China bzw. das Geschäften mit dessen Unternehmern. Jüngstes Beispiel für das allzu bereite Entgegenkommen von Skype, bei Überwachungsmassnahmen der chinesischen Regierung behilflich zu sein. Interessanterweise ist gerade Skype der Initiative noch nicht beigetreten.

Zum Golem-Artikel.
Zur Global Network Initiative

Okt29

Audits von IT-Systemen

Auf Keystones und Rivets, einem Blog von Paul Wallis las ich eine sehr interessante Sichtweise zum Thema IT-Systeme und deren Bewertbarkeit. Dabei hat besonders die Frage, wie man eigentlich feststellen will, ob ein System effizient arbeitet - bzw. seine Antwort darauf meine Aufmerksamkeit erregt.

If we look at functional IT systems in isolation we cannot audit effectively. Unless we take a process view which cuts across systems we are likely to miss areas which can lead to failures and miss key areas of risk.

Erst wenn wir sozusagen mit Augen eines Prozessesbeobachters auf die verwendeten Systeme schauen, können wir etwas Sinnvolles darüber sagen. Denn nur dann, wenn die Prozesse laufen - und zwar in all ihren Varianten - werden wir die Lücken und Mängel entdecken, die in ihnen oder im IT-System stecken. Das scheint so einleuchtend wie selbstverständlich zu sein.

Zum Artikel von Paul Wallis.