30 CIOs über die Schulter schauen
Wer die Sonder-Newsletter von CIO (IT-Strategien für Manager) abonniert hat, fand heute eine Zusatzbroschüre im elektronischen Briefkasten: Die IT-Strategien der DAX30. Das bezieht sich zwar zur Gänze auf deutsche Unternehmen - aber die Strategien selbst sind ja inzwischen global wie nur irgendwas. - Das Heft ist sowohl thematisch interessant als auch recht kurzweilig. Die CIO der 30 gelisteten DAX-Unternehmen kommen selbst zu Wort - und das auch auf unterhaltsame Weise. Seriös und recht gut lesbar sind die jeweiligen 30 aktuellen Projekte bzw. die globalen IT-Ansätze, die dabei zum Vorschein kommen.
Das Sonderheft stellt netterweise auch eine so prohetische Frage wie, was die IT-Manager 2014 umtreiben wird. Schade, dass darauf nur vier Manager geantwortet haben. Man kann diese vier Antworten in einem jeweils kurzen Video gleichfalls über das ePaper abrufen.
Dirk Berensmann (CIO der Deutschen Postbank) prophezeit einen grossen Paradigmenwechsel und erfindet für die Fachabteilungen eines Unternehmen die Continous Instant Operations. Die IT muss dann in der Lage sein, nonstop fallabschliessende Services bereitzustellen. - Tönt super - aber leichte Zweifel möchte ich in puncto 7/24 anmelden.
Heinz Kreuzer (CEO von TUI Infotec) fängt mal bei der Hardware an und sieht einen Verschmelzungsprozess von Monitor, PC, Handy usw. Auch W-LAN-Probleme werden wir nicht mehr haben (erstaunt erstmal nicht wirklich). Auch die Wiederholung der Services/Software on Demand und Outsourcing ist keine wirkliche Überraschung. Nächster Punkt: Sicherheit. Hier müsse noch viel getan werden. Oha!
Rainer Janssen (CIO der Münchner Rück). Das Leben wird sich nicht wirklich ändern. Ausser einigen fundamentaler Änderungen im Geschäftsmodell der Rückversicherer.
Auch Peter Leukert (CIO der Commerzbank) treibt das Thema Sicherheit um. Allerdings nicht so isoliert wie seine Vorredner. Er stellt die Problematik in das tatsächliche Spannungsfeld von Offenheit und Flexibilität, die ein wesentliches Kundenbedürfnis ist. Er formuliert schon mal das Problem interessant. Ein digitaler Bunker, in der sich die IT vor den Anfechtungen offener Schnittstellen retten kann, wird nicht die erfolgreiche Antwort sein. Er spricht von neuen Antworten, die noch gar nicht gefunden sind. Immerhin. Eine andere Herausforderung für Banken wird der Generationenwechsel sein. Motivierte und sehr gut ausgebildetes IT-Personal an das Unternehmen zu binden. - Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass dieses reale Problem nur von einem der vier Interviewten erkannt wurde.
Auch wenn die vier Interviews eine nette Auflockerung fürs Heft waren, hätte ich doch ein wenig mehr Phantasie oder die grosse Geste erwartet. Zum Beispiel dass sich mal der eine oder andere etwas konkreter zum Ableben der aktuellen Internet-Technologie äussert. Oder ein paar gewagte Prophezeiungen formuliert werden, ein bisschen Science Fiction sozusagen. Immerhin bezog sich die Frage auf 2014, nicht auf 2009. Für solche Prognosen würde sicherlich niemand tatsächlich angezählt werden.
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