Regelwerk

Der Blog zu Business Rules Management und Business Intelligence
Feb29

Fahrende Züge - Software as a Service

Auf einen solchen namens Netsuite Inc. sprang seinerzeit Oracle-Chef Larry Ellison auf, nachdem er den ersten mit Salesforce.com verpasst hatte. Das zumindest behauptet das Handelsblatt.de heute in einem Artikel zum Thema Software als Dienstleistung aus dem Internet.
Ellison vergab Startkapital, weil die Geschäftsidee mehr als einleuchtend schien: Software bei Bedarf über das Internet als Dienstleistung zu verteilen. Gleichzeitig ist Netsuite auch noch die passende Antwort auf SAP, das ja ebenfalls eine runde Palette an Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen auf diese Weise bereitstellt.

Doch wie das Handelsblatt weiter ausführt, hat sich nicht nur der Kurs von Netsuite seit seinem Börsengang mehr als halbiert. Die Zahlen weisen darauf hin, dass den Produkten noch deutlich die Überzeugungskraft fehlt. - Netsuite scheint sich nicht bei seinen eigenen Ressourcenanforderungen übernommen zu haben; und gleichzeitig hat man die Vorbehalte der potentiellen Anwender überschätzt zu haben, die eigenen Daten vollends aus dem Haus zu geben. - In jedem Fall hat sich Salesforce.com das alles ein bisschen schlauer ausgedacht, auch wenn die Schützenhilfe von Google.com einiges zum besseren Geschäftsgang beigetragen haben dürfte.

Mehr zur Story beim Handelsblatt
Netsuite.Inc
Salesforce.com

Feb28

Alles fliesst oder vom Sinn der IT

Wofür nun die IT eigentlich da ist - im Allgemeinen wie Besonderen - habe ich heute morgen beim täglichen Rundgang durch den RSS-Feed gefunden. Die IT ist eigentlich zu nicht mehr oder weniger da, als die Daten durchs Unternehmen fliessen zu lassen. - So wie Gas und Öl durch eine Raffenerie. Schönes Bild, schöne Geschichte - bei Keystones and Rivets.

Feb26

Schwierigkeiten im Prozessmanagement

Habe einen lohnenden Artikel bei Jim Sinur (Perspectives on Business Process Management) gefunden, dessen Aussagen ich vollkommen beipflichten möpchte. Er beschreibt fünf Gründe, die aus seiner Sicht mit Sicherheit dazu führen, das ein Business Prozessmanagement zum Scheitern verurteilt ist.

1. Das Management unterstützt BPM nur halbherzig.
Einer der entscheidenden Umstände für erfolgreiches Business-Prozessmanagement ist die Unterstützung aus der Geschäftsleitung. Der Hauptgrund hierfür - es gibt zuwenig Geschäftsführer, die die Dringlichkeit von professionell geführten BPM verstanden haben und deshalb BPM ungeteilte Aufmerksamkeit zuteil werden lassen.
Wenn es an ausreichender Unterstützung durch die Geschäftsleitung fehlt, hilft möglicherweise ein Visionär im Unternehmen weiter, der verinnerlicht hat, dass gute Prozesse immer eine Erhöhung der Produktivität bedeuten - und der natürlich die nötige Kompetenz besitzt, Werkzeuge für diese Visionen einzufordern. Meistens jedoch müssen Business-Prozessmanager ohne diesen Support auskommen. Alles was jetzt eigentlich hilft, ist ein Modellprozess in kleinerem Masstab, der in wenigen Monaten umgesetzt werden kann. Wiederholbare - sprich kalkulierbare Wirkungen - sind es, die die Unterstützung eines Business Prozessmangementes realistisch werden lassen.

weiterlesen »

Feb25

Business Process Management zum Anfassen

Einen wirklich gutes Summary, wie ein Business Process Management (BPM) aufgebaut werden sollte, habe ich in einem PDF der Butler Group nachlesen können. Und nicht nur das. Im Enterprise Decision Management Blog fand ich dazu auch noch einen lesenswerten Kommentar von dem hier schon häufiger zitierten James Taylor - mit dem recht eindrücklichen Titel Business rules are core to the BPM/SOA value proposition.

Die Butler Group hatte im vergangenen Jahr einen ausführlichen Bericht erstellt, zu dem jetzt ein Management Summary erhältlich ist.

KEY FINDINGS

  • Business Process Management (BPM), as a product in its own right, has emerged from the competitive influences of the diverse workflow, integration, and re-engineering camps to deliver solutions that allow the intellect of business users to be a key driver of success.
  • During the last two years solutions that operate under the BPM banner have become more functionally inclusive.
  • When used to its best advantage, high-calibre BPM provides a systematic approach to improving business and operational processes.
  • Cost-saving benefits may provide an initial attraction, but it is product quality and persistent usage that will drive the ongoing benefits of BPM.
  • There remains a requirement to address the functional divide between what the BPM software vendors are delivering and what business services users really need from core BPM products.
  • A Business Rules Management System (BRMS) approach to development will reduce the inefficiencies that exist within current development methodologies.
  • The emergence of rules as a subset of BPM is an indication of the growing maturity of the market.
  • Possibly the most important aspect of a rules repository, certainly in respect of the stated promise of BPM, Service Oriented Architecture (SOA), and BRMS, is the ability for the developer to re-use rules within multiple process deployments.
  • Butler Group positions SOA and its associated integration services as having a crucial role to play in the BPM service delivery picture.
  • Business Activity Monitoring (BAM) promises to keep processes running smoothly, but information overload could end up being counter-productive.
  • BPM continues to struggle with standards and their agreed usage. Fundamentally if the sector cannot reach a consensus on the use of headline standards such as Business Process Execution Language (BPEL) and Business Process Modelling Notation (BPMN), there is little chance of it progressing further down the scale.

Zum Management Summary der Butler Group,
Business rules are core to the BPM/SOA value proposition von James Taylor

Feb22

Shortcuts für Eclipse

Es ist Freitag, Zeit für einen Webtipp. Diesmal eine sehr nützlichen Link für Eclipse-Anwender. Wie der Autor Tomas Kramar selbst sagt, je weniger du mit der Hand vom Keyboard wegmusst, desto mehr Code kannst du schreiben. Und weil seine Liste an Tastaturkürzeln so hilfreich ist, gebe ich die Tipps gleich weiter. Seit 15.02. sind sie 2462 mal gelesen worden.

Liste der Shortcuts
Jetzt noch kombinieren mit dem Mousefeed-Plugin.

Feb21

Vom Verschwinden der IT

Auf Tom Busers Blog fand ich die Zusammenfassung der aktuell sehr kontrovers diskutierten These über das Ableben der IT. Anlass ist ein eues Buch von Nicholas Carr, in dem er das Ende der internen IT prognostiziert. Utility Computing sei die standardisierte - die wirtschaftliche Alternative. Nicholas Carr ist für die IT-Industrie kein Unbekannter. 2003 gab es den ersten Streich: IT doesn’t matter. Nur 24 Monate später gabs dann Nachschlag - The End of Corporate Computing. Jetzt gibt es den fast konsequenten Rundumschlag: The Big Switch: Rewiring the World, from Edison to Google.

BuchcoverDie firmeneigene Datenverarbeitung ist auf lange Sicht kostenineffizient. Verursachte Aufwände stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen für ein Unternehmen. Die Entwicklung firmeneigener Software wird über kurz oder lang standardisiert werden können - und das bedeutet Einkaufen.
Einen interessanten Vergleich führt er für seine Argumentation heran: die Stromerzeugung zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Anfangs haben die Unternehmen Elektrizität noch selbst mit firmeneigenen Generatoren erzeugt. Aber schon bald wurde diese wichtige Technologie ausgelagert. Gleiches Schicksal droht den IT-Abteilungen nach Massgabe des Autors in den nächsten 15 Jahren.

weiterlesen »

Feb20

Der Moment für Innovationen

Gedanken aus jener Branche, in der unsere Kunden zumeist tätig sind, sind selbstverständlich von gesteigertem Interesse. Deshalb schaue ich zum Beispiel regelmässig bei Banker Vision vorbei. Der Artikel, auf den ich mich heute beziehe, hat fast schon philosophische Qualität. Wann ist der richtige Moment für Innovationen?
Der Autor James Gardner sinniert über jenen Augenblick, in dem eine Unternehmen realisieren muss, dass nur Veränderung es weiterbringen wird. Er nennt es - fast unübersetzbar - the epiphany moment. - So religiös gefärbte Vokabeln wie Erscheinung möchte ich nicht wirklich benutzen. Aber so einen grundsätzlichen Moment von Erkenntnis kann ich seinen Überlegungen nicht absprechen. ;)

At the Epiphany Moment, leadership suddenly realises that “different” needs to be the new strategy. They commit resources to finding and commercialising the different, and this innovation saves the company. … But they all had one thing in common: in the face of decline of their traditional businesses, they turned around and did something different.

Gardner diagnostiziert, dass auch der Bankensektor an dieser (scheinbar) einfachen Wahrheit nicht vorbeikommt. Viele Finanzinstitute stehen mit dem Rücken zur Wand. Es sei an der Zeit, den Moment für Veränderungen wahrzunehmen und entscheidende Dinge zu ändern. - Man darf gespannt sein.

Gardners Artikel

Feb19

Gefahren aus dem Web und kein Ende in 2008

Dotnet.e hat am Freitag einen Artikel von Trend Micro veröffentlich. Darin ging es um die aktuelle Einschätzung der Gefährdung, die aus dem Web droht. Für 2008 geht es mit gleicher oder sogar gesteigerter Gefährdung weiter - Stichworte Phishing und - meinen die Security-Spezialisten von Trend Micro.

In dem Artikel heisst es, die webbasierte Gefährdung hätte sich 2007 als grösste Bedrohung für die Unternehmen erwiesen.

Die eingesetzten Infektionstechniken sind flexibel und vielfältig, die Ziele simpel: Diebstahl vertraulicher Daten und Aufbau von Bot-Netzen für die kommerzielle Nutzung.

Mit verantortlich für diesen Trend zeichnen Web-2.0-basierte Applikationen. Um die Vorteile dieser sozialen Anwendungen auch für die eigenen Firmennetze nutzen zu können, hätten viele Unternehmen ihre Tore aufgemacht. Die nachteiligen Wirkungen offenbaren sich jetzt als fulminant angestiegene Sicherheitslücken. Ich kann mich noch an meine erste Frage erinnern, die ich diesbezüglich mal einem Sysad gestellt hatte. Das war 1993 und ich wollte IRC-Zugang im Firmennetz. Ich dachte, der gibt mir lebenslanges Hausverbot - nur schon für die Frage. Diese Rigorositäten scheinen sich in den letzten Jahren etwas gelegt zu haben. Wie sonst könnte man sich die aktuellen Sicherheitsrisiken erklären. Und eben - besser wird anscheinend nicht. Denn die Prognose für 2008 sieht denn auch ziemlich düster aus:

  1. Schwachstellen im Betriebssystemen oder populären Web-Anwendungen sind weiterhin Einfallstor, um schadhaften Code auszuführen.
  2. Populäre Websites bleiben beliebte Angriffsziele, um auf versteckte Links zu verweisen, die maliziösen Code für Phishingattacken verbreiten.
  3. Hardware ohne Sicherheitsmanagement wird verstärkt die Unternehmensnetzwerke unterwandern.
  4. E-Mail, File-Sharing und Instant Messaging bleiben weiter die Verbreitungsschleudern für infektiöse Inhalte.

eco Verband der deutschen Internetwirtschaft geht sogar noch einen Schritt weiter und warnt direkt vor Social Networks - wie silicon.de gestern berichtete. Denn nicht nur bei kommunikationsfreudigen Menschen kommen die Plattformen gut an. In gleichem Masse halten sich kriminielle Gruppen an den offenen Schnittstellen schadlos. Der Rat von eco, vorhandene Sicherheitstechnologien auch tatsächlich zu implementieren, kann offensichtlich nicht oft und laut genug gesagt werden.

Dotnet.de-Artikel
Trend Micro zum Thema Webbedrohungen
Web 2.0 Security Threats (pdf, 1.3 Mb)

Feb15

Spiegel wirbt mit Wissen

Einen imposanten Webtipp kann ich heute weitergeben. Vorgestern gab Der Spiegel mit dem Slogan Finden statt suchen mit SPIEGEL WISSE sein Archiv für die Nutzung frei. Das Archiv selbst geht bis auf die Gründung des Nachrichtenmagazin 1947 zurück. Das freigegebene Archiv umfasst das gesamte Spiegel-Online-Reservoir, Einträge in Wikipedia und den Lexika von Bertelsmann. Ebenfalls Zugriff bekommt man auf die Video- und Bilddatenbanken des Magazins. Damit avanciert Der Spiegel zur grössten kostenfreien Recherchequelle im deutschsprachigen Internet. Eine Freude sicher nicht nur für Journalisten.

SPIEGEL Wissen logo

Zum Beispiel ergibt die Suche nach zum Beispiel Business Rules Management nicht nur Artikel (zumeist aus SPIEGEL International) sondern als erstes eine Begriffsdefinition in Wikipedia. Und zu meiner Überraschung tatsächlich auch Artikel auch dem Manager Maganzin. In dem Fall gehen die Einträge sogar bis auf 1995 zurück.
Kann ich nur sagen: tolle Sache das.

Feb14

Mobile Zahlungen

mwc logo

Das Thema mobile Banking ist ja nicht wirklich neu. Heute schreibt Heise dazu einen Artikel der mich aufhorchen lässt. Vorrangig beschreibt er den Einsatz von Transaktionen via Handy in infrastrukturarmen Ländern. Vorreiter Kenia, die Mongolei oder Afghanistan. Die bestehenden Konzepte scheinen sich auszuzahlen. Was auf den ersten Blick trotzdem erstaunt: sowohl Kenia als auch Afghanistan gehörten für mich bis eben nicht zu jenen Ländern, aus denen Innovationen für Mobiles Payment zu erwartengewesen wären.

“Mobile Finance wird größer als SMS” – mit dieser gewagten Prophezeiung ließ Michael Joseph, CEO des kenianischen Mobilfunk-Netzbetreiber Safaricom, auf dem Mobile World Congress in Barcelona aufhorchen. Sein Unternehmen betreibt einen M-PESA genannten Dienst, der es Safaricom-Kunden ermöglicht, per SMS Geldbeträge an beliebige Mobilfunknutzer unter Angabe der Rufnummer zu überweisen. Der Betrag wird von einem speziellen Guthabenkonto des Kunden abgezogen und kann bei einem der zahlreichen M-PESA-Agenten in ganz Kenia abgehoben werden. Um Geld versenden zu können, benötigt man kein Bankkonto, muss sich aber einmal registrieren.

Dass wir sofort etliche Sicherheitsprobleme vermuten, liegt sicherlich nahe. Die gibt es auch, scheinen aber weniger gravierend zu sein, als mir auf den ersten Blick einfällt. Zum Beispiel, was, wenn ich ausversehen die falsche Handynummer für den Empfänger des Betrages eingebe?

Wie es aussieht, gehen technisch orientierte Anbieter wesentlich entspannter an die Sache ran, als es für Finanzinstitute gesund wäre. Ich bin sehr gespannt auf die Entwicklung in jenen Ländern und wie lange die flächendeckende Umsetzung hierzulande auf sich warten lassen wird.

zum gesamten Heise-Artikel
zum Mobile World Congress Barcelona

ältere Artikel »