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Okt17th

Jahresend-Rallye für Übernahmen

Es sieht so aus, als gäbe es zum Ende des Jahres noch ein schönes Wettrennen um die fetteste Übernahme zwischen SAP und Oracle. Das Unternehmen von Larry Ellison will sich im selbsternannten Verdrängungswettkampf jene Polposition erkaufen, die SAP im Markt für Unternehmenssoftware noch inne hat. Die beiden habens gerade ja nicht wirklich gemütlich miteinander. Da ist so ein Wettlauf besonders pikant.

SAP LogoAls erster stieg vergangenen Montag (9.10.) SAP in den Ring, als es entgegen der jahrelangen Strategie verkündete, den französischen Softwarehersteller Business Objects zu übernehmen. Geschätzte 4,8 Millarden Euro wird die Einverleibung kosten.
Damit steuert SAP auf die grösste Übernahme seiner Gechichte an. Beide Unternehmen sind sich offenbar einig, denn die Übernahme wurde nach einer gemeinsamen Gremiensitzung bekanntgegeben.

Business Objects LogoBusiness Objects mit Firmensitz in Paris wurde 1990 ebendort gegründet und beschäftigt inzwischen 6600 Beschäftige, die für 43.000 Kunden in weltweit 30 Ländern arbeiten. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde ein Umsatz von 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Eine recht ordentliche Billanz in 17 Jahren Firmengeschichte. 2008 soll die Transaktion nach Walldorf abgeschlossen sein.

Damit scheint der Appetit bei SAP noch längst nicht gestillt. Wie der Vorstandssprecher Henning Kagermann der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mitteilte, werden Akquisitionen nicht ausgeschlossen, die es dem Unternehmen erlauben, auch ausserhalb des etablierten Geschäfts zu wachsen. Man darf gespannt sein.

Oracle LogoDiese 4,6 Millarden sind fast nichts gegen die 20 Milliarden, die Oracle in den vergangenen Jahren für seine Einkäufe ausgab. Im Laufe der letzten Woche doppelte also Oracle seinerseits nach und verkündete den nächsten Kandidaten auf seiner Einkaufsliste. BEA Systems. Mit einem Angebot, das über 25% vom Schlusskurs (11.10.) der BEA-Papiere standen - ca. 6,6 Milliarden, glaubte sich Oracle auf der sicheren Seite und verkündete umgehend, man werde schnell zu einer verbindlichen Vereinbarung kommen.

BEA Systems Logo Pustekuchen - muss man jetzt vermuten. Denn BEA reagierte promt und lehnte das Angebot als zu niedrig ab. Der tatsächliche Wert des Unternehmens sei damit keinesfalls getroffen. - Was auch immer ein Unternehmen dazu antreibt, ein 25% höheres Angebot zum aktuellen Schlusskurs mit so einem Argument auszuschlagen, wird BEA Geheimnis bleiben. Man darf indessen gespannt sein, wie die fundierte Prüfung des Oracle-Angebotes schlussendlich vom Verwaltungsrat der BEA Systems aufgenommen wird.

Sollte es zu der Übernahme durch Oracle kommen, dürfte es für JBoss von RedHat wohl einen Konkurrenten weniger geben.

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