SBVR, RIF und R2ML - Regeln für die Regeln
Immer öfter kommt mir diese Abkürzung entgegen SBVR - Semantics of Business Vocabulary and Business Rules. Und die anderen auch: RIF - Rule Interchange Format, R2ML - Rule Modeling and Markup. Ihnen gemeinsam ist das Bemühen, die Standardisierung des Business Rules Managements voranzutreiben. - Ob dafür allerdings gleich drei verschiedene grossangelegte Projekte nötig waren, ist indess zweifelhaft.
Das die Standardisierung für die Entwicklung einer Technologie förderlich ist, bleibt unbestritten. Aber welchen Nutzen haben wir davon, wenn sich gleich drei hochkarätige Institutionen darum bemühen. Die OMG darselbst, das W3C und mit R2ML ein EU-Forschungsprojekt. Und worin unterscheiden sie sich eigentlich?
SBVR - Diese Spezifikation feilt an der Bedeutung von Businessvokabular, Geschäftsregeln und dem Austausch von Business Rules zwischen Geschäftseinheiten untereinander und Softwareanwendungen.
This specification defines the semantics of business vocabulary, business facts, and business rules; as well as an XMI schema for the interchange of business vocabularies and business rules among organizations and between software tools.
Einen sehr interessanten Beitrag zum SBVR fand ich beim bereits zitierten Rajgo mit seinem Business Decisions in a Digital Enterprise.
RIF - Hier gehts um die Entwicklung einer Core rule language und zusätzlichen Erweiterungen, für die Intergration von Regeln, die in unterschiedlich Sprachen verfassten wurden. Zusätzlich gilt es die Balance zwischen zwei Bedürfnissen zu finden- denjenigen der Geschäftswelt und jener von Semantic Web Anwendern/Entwicklern.
This Working Group is chartered to produce a core rule language plus extensions which together allow rules to be translated between rule languages and thus transferred between rule systems. The Working Group will have to balance the needs of a diverse community — including Business Rules and Semantic Web users — specifying extensions for which it can articulate a consensus design and which are sufficiently motivated by use cases.
Seit zwei Jahren wird geforscht - derweil schreitet das kommende dritte Web - das semantische - mit Siebenmeilenstiefeln heran. Zur Zeit ist die W3C-Arbeitsgruppe noch in ersten von zwei geplanten Entwicklungsphasen.
R2ML - Das Forschungsprojekt sucht den nächsten Abstraktionsgrad für eine rule modeling language.
The REWERSE working group I1 on “Rule Modeling and Markup” … aims at gathering such knowledge for Web reasoning languages on the basis of a rule modeling language that provides a metamodel, or abstract syntax, for rules.
Das angestrebte Regelaustauschformat ist hier schon recht weit formuliert und man kan sich auf der Homepage schon die ersten Demos für Übersetzungsprogramme ansehen.
R2ML wird bezeichnet als vollständiges und benutzerfreundliches XML-Regelformat. Mit ihm lassen sich
- Regeln zwischen verschiedneen Systemen und Anwendungen austauschen,
- Ontologien durch Regeln anreichern und
- bestehende Regelsysteme mit den R2ML-basierten Werkzeugen verbinden, um die eigenen Regeln visualisieren, formulieren und überprüfen zu lassen.
Und was ist eigentlich mit Business Rules Markup Language (BRML) bzw. wie wird die eigentlich in die bestehenden Forschungsbemühungen intergriert? Dazu habe ich herzlich wenig gefunden.
Links:
Object Management Group (OMG)
Rule Interchange Format (RIF)
REWERSE I1 Rule Modeling and Markup (R2ML)
Download:
SBVR Spezifikationsdokument (2.5 MB)
Ich denke hier könnte man noch RuleML und ansatzweise BRML (Business Rules Markup Language) erwähnen.
http://ruleml.org/
http://xml.coverpages.org/brml.html
Gibt es irgendwo eine Übersicht, die alle Regelsprachen mit Vor- und Nachteilen darstellt? Ich finde in der Richtung gibt es leider nur sehr wenige Informationen.